Dreijährige in Australien aus der Haft entlassen

25. Mai 2005, 08:56
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Regierung erteilte Mutter und Tochter befristete Visa - Mädchen leidet laut Experten unter psychischen Problemen

Nach drei Jahren ist für die kleine Naomi das Leben im Gefängnis zu Ende: Das Mädchen, das im Mai 2002 als Tochter einer Malaysierin in einer australischen Haftanstalt zur Welt gekommen war, ist samt ihrer Mutter wieder in Freiheit. Und doch ist die Freude getrübt. Denn Naomi hat nach Ansicht von Psychiatern durch die Gefangenschaft ein Trauma erlitten.

Die Mutter des Mädchens, Virginia Leong, kam einem Zeitungsbericht zufolge 1996 im Alter von 21 Jahren als Touristin nach Australien. Dort heiratete sie einen aus China stammenden australischen Staatsbürger und bekam 1998 einen Sohn von ihm. Wenig später trennte sich das Paar. Leong wurde erneut schwanger, diesmal von einem Mann aus Hongkong, wie die "Malay Mail" weiter berichtete. Sie blieb in Sydney, obwohl ihr Visum abgelaufen war. Als sie Australien mit einem gefälschten Reisepass verlassen wollte, wurde sie festgenommen. Naomi wurde am 5. Mai 2002 in der Haftanstalt von Villawood geboren.

"Ein Traum ist wahr geworden"

Nachdem die malaysische Öffentlichkeit durch Medienberichte auf den Fall aufmerksam geworden war, erteilte die australische Regierung Virginia Leong und ihrer Tochter eine befristete Aufenthaltsgenehmigung und entließ die beiden am Montag in die Freiheit.

"Ein Traum ist wahr geworden", sagte Leong am Dienstag, als sie mit Naomi zum ersten Mal in einem Park in Sydney spielte. Wie hart es im Gefängnis sei, könne nur derjenige verstehen, der einmal eine Haftanstalt von innen gesehen habe. Welche Folgen das Leben in Gefangenschaft für die kleine Naomi hat, ist noch nicht absehbar. "Sie hat sehr gelitten und zweifellos psychische Probleme entwickelt", sagte die Psychiaterin Louise Newman.

Die Opposition warf der Regierung vor, Naomi und ihre Mutter nur auf öffentlichen Druck hin aus der Haft entlassen zu haben. "Es sieht verdächtig danach aus, dass die malaysischen Medien in diesem speziellen Fall die Regierung dazu gebracht haben, das Richtige zu tun", sagte der Vorsitzende der Arbeitspartei Kim Beazley. "Kinder gehören nicht ins Gefängnis." (APA/AP)

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