Aus für geplante Radarstation am Hochficht in Oberösterreich

27. Mai 2005, 08:28
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Austro Control sieht in absehbarer Zeit keine Chance Grundstück für den Bau zu bekommen

Das Aus für die geplante Radaranlage zur Flugverkehrskontrolle auf dem Hochficht im Bezirk Rohrbach in Oberösterreich bestätigte der Sprecher von Austro Control Heinz Sommerbauer gegenüber der APA am Dienstag nach einem Bericht von ORF-Radio Oberösterreich. In der Region war der Widerstand aus Umwelt- und Naturschutzgründen zuletzt sehr groß geworden.

Die Pläne für die neue Station am 1.338 Meter hohen Hochficht im Mühlviertel hatten bereits Mitte April für Aufregung gesorgt: Naturschützer befürchteten in dem 35 Meter hohen Turm einen "Monsterbau" in einem "sensiblen Ökowaldsystem", außerdem eine erhöhte Strahlenbelastung sowie mehr Flugverkehr. Die Austro Control hielt dem entgegen, dass die Strahlung nicht auf den Boden sondern in die Luft gerichtet sei, eine Zunahme des Flugverkehrs über der Station sei nicht zu erwarten. Alle Bedenken bezüglich Naturschutz würden berücksichtigt. Die geplante Anlage sollte die veraltete und nicht optimal platzierte Station Feichtberg im Bezirk Schärding ersetzen. Ende Juni sollte eine Bauverhandlung durchgeführt werden. Der Baubeginn wäre noch heuer geplant gewesen, die Inbetriebnahme im Herbst 2006.

Widerstand gegen Projekt immer stärker

Der Widerstand gegen das Projekt wurde zuletzt immer stärker. Die politischen Parteien, Tourismusvertreter, Ärzte, Biologen und die Bevölkerung formierten sich. 14 Bürgermeister aus der Region unterschrieben eine Resolution gegen die Anlage. Dazu signalisierte das Stift Schlägl als Grundeigentümer des geplanten Standortes, man werde die Radarstation nicht gegen den Willen der Bevölkerung zulassen. Eine Enteignung des Grundeigentümers wäre jedoch in diesem Fall möglich.

Austro Control-Sprecher Sommerbauer bestätigte nun gegenüber der APA, das "indirekte" Aus für das Vorhaben: "Wenn wir das Grundstück nicht bekommen, können wir nicht bauen. Und eine Enteignung ist für uns keine Option." Da das Vorhaben nun in absehbarer Zeit nicht zu verwirklichen sei, müsse eine "zweitbeste Lösung" geplant werden. Dabei sei die Modernisierung der Anlage am Feichtberg realistisch. (APA)

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