Elmar Fischer neuer Bischof der Vorarlberger Diözese Feldkirch

24. Mai 2005, 19:26
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Schüssel gibt nach dem Ministerrat bekannt: 68-jähriger Überraschungskandidat wird Nachfolger von Klaus Küng

Bregenz/Feldkirch - Elmar Fischer (68) ist der neue Bischof von Feldkirch. Das hat Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) am Dienstag nach dem Ministerrat bekannt gegeben. Fischer hat außerdem bereits am Vormittag ein "internes Mail" an die Mitarbeiter der Diözese Feldkirch verschickt. Das Schreiben ist laut ORF-Radio Vorarlberg mit "Bischof Elmar Fischer" unterzeichnet.

Fischer schrieb, dass ihm eine große Aufgabe übertragen worden sei und er auf eine gute Zusammenarbeit hoffe.

68-jähriger Psychotherapeut wird Bischof

Der bisherige Generalvikar Elmar Fischer ist neuer Bischof der Vorarlberger Diözese Feldkirch. Nach 15 Jahren als "zweiter Mann" hinter Bischof Klaus Küng und einem halben Jahr als "operativer Leiter" übernimmt der 68-jährige Geistliche und Psychotherapeut nun offiziell die Leitung der Vorarlberger Diözese. Mit Fischer fiel die Wahl von Papst Benedikt XVI. auf einen bescheiden und still auftretenden Gottesmann.

"Wenn man mich fragen würde, würde ich überlegen", sagte Generalvikar Elmar Fischer bei der Abberufung von Klaus Küng nach St. Pölten, als ein Journalist die Nachfolge-Frage stellte. Offenbar hat der 68-Jährige nun Ja gesagt, auch wenn er das Bischofsamt nicht unbedingt angestrebt hat. "Wer die Aufgaben eines Bischofs kennt, wird sich da sehr zurückhalten", sagte Fischer im Dezember. Aber nachdem er diesen Beruf gewählt habe, "muss ich letztendlich auch für so etwas bereit sein".

Überraschungskandidat

Mit dem 68-jährigen Fischer hat Benedikt XVI. letztlich einen Überraschungskandidaten zum Bischof von Feldkirch bestellt. Lange Zeit galt Benno Elbs, Pastoralamtsleiter der Diözese, als Favorit auf den Bischofsstuhl. Als einziges Manko wurde Elbs, der eng mit Bischof Küng zusammenarbeitete, sein junges Alter von 44 Jahren angekreidet. Fischer stand in den vergangenen Jahren nur ein Mal im Rampenlicht, als er 1996 mit einem kircheninternen Brief zum Thema Homosexualität heftige Proteste provozierte und sich entschuldigen musste. Nun soll er offenbar ein Übergangskandidat sein. Als Bischof muss er mit 75 Jahren muss er sein Rücktrittsgesuch einreichen.

Elmar Fischer wurde am 6. Oktober 1936 in Feldkirch-Tisis geboren. Nach seiner Ausbildung zum Volksschullehrer nahm er 1955 an der Universität Innsbruck das Theologie-Studium auf, das er 1961 abschloss. Im selben Jahr wurde er vom ersten Feldkircher Bischof Bruno Wechner zum Priester geweiht. Anschließend war er bis 1965 als Kaplan in Lustenau-Rheindorf tätig, bevor er für fünf Jahre als Pfarrprovisor in Sibratsgfäll (Bregenzerwald) tätig war. Während dieser Zeit verfasste er seine Dissertation, die sich mit der Seelsorge im Generalvikariat Feldkirch auseinander setzte.

Von 1970 bis 1982 war Fischer Rektor des diözesanen Studieninternats Marianum in Bregenz, ab 1974 zusätzlich Direktor der staatlich anerkannten diözesanen Lehranstalt für Ehe-, Familien- und Lebensberater (bis 1990). In diesen Jahren arbeitete der neue Feldkircher Bischof auch in der Ehe- und Familienberatung, der Ehevorbereitung und Familienbildung. Von 1979 bis ebenfalls 1990 leitete Fischer das von ihm mitbegründeten Ehe- und Familienzentrum der Diözese Feldkirch. Neben seiner Ausbildung als Ehe- und Familienberater hat sich Fischer auch die Qualifikation als Psychotherapeut erworben. Am 6. März 1989 wurde Elmar Fischer von Bischof Klaus Küng zum Generalvikar der Diözese Feldkirch bestellt und 1990 zum Päpstlichen Ehrenprälat ernannt. Seit 7. Oktober 2004 steht er der Diözese Feldkirch operativ als "Ständiger Vertreter des Apostolischen Administrators" vor. (APA)

  • Elmar Fischer
    foto: standard/franz josef rupprecht

    Elmar Fischer

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