Massenverhaftungen und Anschlagsserie

26. Mai 2005, 16:16
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Militär: Bevölkerung unterstützte Operation - Seit Montag mindestens 53 Tote durch Anschläge

Bagdad - Im Irak dreht sich die Gewaltspirale weiter. Eine Autobombe hat am Dienstag vor einer Mädchenschule in Bagdad mindestens sechs Menschen in den Tod gerissen. Bei einem doppelten Selbstmordanschlag im Norden des Landes kamen am Vortag mindestens 35 Menschen ums Leben, wie die Demokratische Partei Kurdistans (KDP) von Massud Barzani mitteilte. Damit waren allein am Montag mindestens 53 Menschen bei Anschlägen im Irak getötet worden.

Massenverhaftungen

Bei der bisher größten gemeinsamen Militäroperation irakischer und US-amerikanischer Sicherheitskräfte in Bagdad wurden in den vergangenen zwei Tagen 428 Aufständische festgenommen. Die Aktion begann am Sonntag und richtete sich gegen Rebellen, die regelmäßig Angriffe auf das Gefängnis Abu Ghraib und die Straße zum Flughafen verüben. Das Vorgehen gegen die Aufständischen werde von der Bevölkerung unterstützt, sagte US-Militärsprecher Clifford Kent. Bei weiteren Razzien in Bagdad seien am Dienstag sieben Terrorverdächtige festgenommen worden. In Mossul befreiten US-Soldaten zwei irakische Geiseln. Die beiden Männer wurden bei einer Razzia gefesselt in einem Keller aufgefunden.

Die Explosion im Zentrum von Bagdad ereignete sich unweit des Withak-Platzes, sie zerstörte einige Autos und beschädigte mehrere Gebäude. Die Polizei war über einen verdächtigen Wagen informiert worden. Die Autobombe detonierte, als sich gerade Sprengstoffexperten näherten.

Anschlag auf Abgeordnete

Ein Anschlag auf die konservative schiitische Abgeordnete Salamah al-Kafaji schlug am Dienstag fehl. Die Politikerin blieb unverletzt, als ihr Wagen auf dem Weg von Bagdad nach Najaf angegriffen wurde. Vier ihrer Leibwächter wurden nach Angaben ihres Sprechers verletzt. Die Abgeordnete überlebte bereits im Mai 2004 ein Attentat.

Der schiitische Abgeordnete Humam Hammoudi ist nach eigenen Angaben zum Vorsitzenden des Parlamentsausschusses gewählt worden, der bis Mitte August den Entwurf für eine Verfassung ausarbeiten soll. US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte bei ihrem Besuch Mitte Mai kritisiert, dass nur zwei der 55 Mitglieder des Ausschusses Sunniten sind. Regierungschef Ibrahim al-Jaafari sagte daraufhin zu, die Minderheit der Sunniten bei der Ausarbeitung der Verfassung stärker einzubinden. (APA)

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