St. Pölten: Bahnhof-Schutzzone als Signal, "dass die Polizei Flagge zeigt"

25. Mai 2005, 09:01
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Zweck der achten Sicherheitszone bundesweit: Schulkinder sollen vor Drogendealern bewahrt werden

Zwei versuchte Deals gaben den Ausschlag: "Im Februar und im März 2005 erzählten zwei Kinder in der Schule ihren Lehrern, dass ihnen am Bahnhof Unbekannte Drogen angeboten hatten. Anzeigen und Ermittlungen folgten", schildert der St. Pöltner Sicherheitsdirektor, Johann Schadwasser.

Zwar scheue dies "mit einer Drogenszene wie am Wiener Karlsplatz" jeden Vergleich. Doch immerhin stiegen am St. Pöltner Zug- und Busbahnhof pro Tag an die Tausend Schülerinnen und Schüler aus oder ein: "Wir haben Bürgermeister Matthias Stadler daher vorgeschlagen, das Bahnhofsarreal zur Schutzzone laut Sicherheitspolizeigesetz zu erklären." So wie am Wiener Karlsplatz und an - St. Pölten inbegriffen - weiteren sieben Orten in ganz Österreich auch: zweimal in Wien, zweimal in Traiskirchen - und gleich dreimal im eher abgelegenen Zwettl im Waldviertel.

Prokop eröffnete persönlich

In der Landeshauptstadt war der Bürgermeister einverstanden. Am Montag trat die entsprechende polizeiliche Verordnung in Kraft. Innenministerin Liese Prokop (ÖVP) persönlich war anwesend, um die Schutzzone zu eröffnen, aus der Verdächtige von der Exekutive weggewiesen und im Fall ihres Wiederauftauchens abgestraft werden können. Maximale Strafhöhe: 360 Euro.

Dies gelte täglich zwischen sechs und 22 Uhr - und zwar fürs Erste bis Schulferienbeginn am 1. Juli, erläutert Schadwasser: "Wir wollen die Schulkinder vor derartigen Ansprachen schützen und den Drogendealern signalisieren, dass die Polizei Flagge zeigt", sagt er. An eine Schutzzonen-Erneuerung mit Schulbeginn im kommenden Herbst sei durchaus gedacht.

"Die Leute kommen nicht zurück"

"Mit unseren zwei Schutzzonen haben wir gute Erfahrungen gemacht", berichtet indes Traiskirchens Bürgermeister Fritz Knotzer (SP). Seit etwa "Asylwerber aus dem nahen Flüchtlingsheim" aus dem Park vor der Volksschule weggewiesen werden könnten, sei der Park "wieder für Pausen und Sportunterricht benutzbar". Ohne dass bisher Strafen ausgesprochen hätten werden müssen: "Die Leute kommen nicht zurück." (Irene Brickner/DER STANDARD; Printausgabe, 24.5.2005)

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