Präsident Khatami warnt vor außenpolitischem Schaden

26. Mai 2005, 23:06
5 Postings

Khamenei fordert Zulassung von Reformern zur Präsidenten-Wahl

Teheran - Der iranische Präsident Mohammad Khatami hat vor außenpolitischem Schaden durch den Ausschluss von Kandidaten gewarnt. "Solche Fehler könnten politischen Schaden für den Iran verursachen", erklärte er am Montag in einer von der Nachrichtenagentur ISNA verbreiteten Erklärung.

Das geistliche Oberhaupt des Iran hatte zuvor überraschend den konservativen Wächterrat zum Überdenken seiner Kandidatenentscheidung zur Präsidentenwahl am 17. Juni aufgefordert. Er verlangte am Montag die Zulassung von zwei Reformern.

Ayatollah Ali Khamenei, der in allen staatlichen Angelegenheiten das letzte Wort hat, reagierte damit auf teils heftige Kritik aus dem In- und Ausland an der Abweisung der Reformer durch den Wächterrat. Zudem hatte die wichtigste Oppositionspartei IIPF wegen des Ausschlusses ihres Kandidaten Mostafa Moin mit einem Wahlboykott gedroht.

In einem Brief an den Wächterrat schrieb Khamenei, es wäre "vorzuziehen, dass Menschen aller politischen Richtungen" an der Wahl teilnehmen. "Deshalb sollte die Qualifikation von Mostafa Moin und Mohsen Mehralisadeh überprüft werden", zitierte das staatliche Fernsehen aus dem Brief.

Der Wächterrat hatte lediglich einen Reformer für die Wahl zugelassen. Rund 1000 Bewerber wies er ohne Begründung ab. Der Rat besteht aus zwölf moslemischen Geistlichen und Rechtsgelehrten. Sechs seiner Mitglieder werden von Ayatollah Ali Khamenei ernannt, die anderen sechs vom Parlament gewählt. (APA/dpa/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.