Das verlockende Königreich von Saba

30. Mai 2005, 20:51
1 Posting

Archäologen sehen noch Arbeit für Jahrzehnte: "Wir wissen von zig Städten, aber nur wenige sind bisher ausgegraben"

Jena/Sanaa - Die Erkundung der antiken Stätten im ehemaligen Land der Königin von Saba wird die Archäologen noch mehrere Jahrzehnte lang beschäftigen. "Wir wissen von zig Städten, aber nur wenige sind bisher ausgegraben", sagte Professor Norbert Nebes vom Institut für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients der Universität Jena am Montag. Nebes beteiligt sich seit 1990 an den Grabungen des Deutschen Archäologischen Instituts (Berlin) in Jemen.

Unter den südarabischen Hochkulturen war das 1200 vor Christus gegründete sabäische Reich das mächtigste und in der Überlieferung das sagenumwobenste. Die Sabäer brachten neben ihrer eigenen Sprache, die sich in der südarabischen Schrift widerspiegelt, eine zuvor in dieser Region unbekannte Steinmetztechnik mit.

Treffen in Jena

Bisher seien 5.000 Steine mit Inschriften gefunden worden, sagte Nebes, der jährlich zwei Mal in den Jemen reist, um neu gefundene Inschriften zu entschlüsseln. "Wir wissen inzwischen zum Beispiel etwas über das Alltagsleben, die religiösen Vorstellungen und die alltägliche Kultpraxis."

In dieser Woche treffen sich in Jena mehr als 30 Wissenschafter aus Europa und Arabien, um die neuesten Erkenntnisse über das Reich von Saba auszutauschen. Es geht unter anderem um Königsinschriften aus dem Awam-Tempel, Ausgrabungen in der Oase von Marib und die Stadtmauer von Sirwah. (APA/dpa)

Share if you care.