China: Massenimpfung gegen Vogelgrippe

25. Mai 2005, 08:48
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Virus bei Zugvögeln entdeckt - Gefahr auch für Menschen

Peking - Alarmstimmung in China: Nach der Entdeckung der Vogelgrippe bei Zugvögeln haben chinesische Experten mit der Impfung von Geflügel begonnen. Im Kreis Gangcha am Qinghai-See in Westchina wurden die ersten Immunisierungen vorgenommen, die für drei Millionen Tiere in der Provinz geplant sind, wie Behörden am Montag berichteten. Geimpft werden sollen sämtliche Hühner, Enten und andere Zuchtvögel auf Bauernhöfen. Die Vogelinsel in dem größten Salzwassersee Chinas wurde für Besucher gesperrt. Quarantäne- und Untersuchungsstationen wurden eingerichtet.

Auf der Insel und in den ihr nahe gelegenen Gebieten waren in den vergangenen Wochen 178 tote Vögel gefunden worden. Das Landwirtschaftsministerium hatte am Wochenende Alarm geschlagen, nachdem das Vogelgrippevirus H5N1 als Todesursache identifiziert worden war. Einige der Tiere stammten aus Südostasien. Das Gebiet dient unter anderem wilden Gänsen, die in Indien überwintern, als Brutstätte.

Tödlicher als bisher

Bisher gab es keine Berichte, dass die Krankheit auf Geflügel oder gar Menschen übertragen worden ist. Es war das erste Mal seit einem Jahr, dass in China wieder die Vogelseuche entdeckt worden war. Bei dem Virus der Zugvögel handle es sich um einen tödlicheren Stamm als die bisherigen, warnten die Behörden. Auch eine Übertragung auf Menschen sei möglich.

Seit 2003 ist das Virus H5N1 in acht asiatischen Ländern aufgetreten. Mindestens 54 Menschen sind daran gestorben, das vorerst letzte Opfer war ein 46-jähriger Vietnamese. Vietnam ist mit bisher 38 Toten derzeit das Land, dessen Menschen am meisten von der Vogelgrippe betroffen sind. (dpa, AP, DER STANDARD – Printausgabe, 24.05.2005))

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