CSU fordert wichtige Rolle für Stoiber in Berlin

24. Mai 2005, 16:29
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Stoiber will sich Entscheidung bis zum Wahltag offen halten

München - Der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber soll nach dem Willen seiner Partei bei einem Machtwechsel in Berlin ein bedeutendes Amt übernehmen. Stoiber werde "die wichtigste Rolle spielen, die man als CSU-Vorsitzender in einer Bundesregierung spielen" könne, sagte CSU-Landesgruppenchef Michael Glos am Montag in München. Stoiber selbst will sich die Entscheidung nach einem Bericht des "Münchner Merkur" bis zum Wahltag offen halten. In der CSU wurde bisher davon ausgegangen, dass Stoiber ein Amt als "Superminister" mit Zuständigkeit für Wirtschaft und Arbeitsmarkt anstrebt.

Stoiber wird sehr wahrscheinlich auf dem ersten Platz der CSU- Landesliste in den Wahlkampf ziehen - wie bereits zur Bundestagswahl 2002. Der CSU-Chef gab sich siegesgewiss: "Rot-Grün ist fertig", sagte er nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. Eine Neuwahl sei "das Beste, was Deutschland passieren kann".

Am Kabinettstisch?

Der Ministerpräsident selbst ließ nicht erkennen, ob er ein Berliner Amt anstrebt. Der CSU-Vorsitzende sei "nicht auf irgendeine Aufgabe zu beschränken", sagte er lediglich. Laut "Münchner Merkur" (Dienstag) appellierte Landesgruppenchef Glos bei der Sitzung an Stoiber, als Parteichef müsse er künftig "am Kabinettstisch sitzen". Stoiber habe nach Angaben von Teilnehmern geantwortet, er sei Ministerpräsident eines bedeutenden Bundeslandes, er habe eine Verpflichtung gegenüber den bayerischen Wählern und landespolitisch noch viel vor.

Am Vormittag hatten CDU-Spitzenpolitiker bereits ihre Parteivorsitzende Angela Merkel zur Kanzlerkandidatin ausgerufen. Personelle Fragen und inhaltliche Ziele würden am nächsten Montag bei einer gemeinsamen Präsidiumssitzung geklärt, betonten Stoiber und Merkel. Die CDU-Chefin und er hätten noch am Sonntagabend einen vor Wochen aufgestellten Fahrplan für die Bundestagswahl "angepasst". Stoiber forderte ein gemeinsames Wahlprogramm von CDU.und CSU.nach dem Vorbild der Bundestagswahl 2002. Kernpunkte sollen Wirtschaft und Arbeitsmarkt sein. "Wir müssen alle Weichen in Deutschland auf Wachstum und Arbeitsplätze stellen." Bis Ende Juli könne ein solches gemeinsames Wahlprogramm verabschiedet sein. (APA/dpa)

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