Schweizer Breitbandmarkt wächst stark

31. Mai 2005, 10:17
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Angebot teuer und wenig innovativ

Der Breitbandmarkt in der Schweizer Telekommunikation ist 2004 stark gewachsen. Die Konsumenten profitierten aber weder von so hohen Bandbreiten zu günstigen Preisen noch von innovativen Produkten wie in einigen Nachbarländern, kritisiert die ComCom.

ADSL- und CATV-Anschlüsse hätten in der Schweiz im vergangenen Jahr um ganze 50 Prozent zugenommen, hält die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) am Montag in ihrem Jahresbericht 2004 fest. Die Marktdurchdringung betrug am Jahresende 15,7 Prozent.

Trotz dieser Zunahme hätten sich die Breitbandangebote kaum verändert. Neue Impulse erhofft sich die ComCom durch die Öffnung der letzten Meile für die Konkurrenz der Swisscom, welche der Nationalrat letzten Herbst beschlossen hatte.

Das Wachstum im Telekom-Sektor wird für die 25 EU-Staaten auf 4,6 Prozent geschätzt, höher also als das BIP-Wachstum, wie die ComCom weiter schreibt. Wachstumsmotor ist neben den Breitbanddiensten die Mobilkommunikation.

Dies ist auch in der Schweiz der Fall. Alle drei GSM-Anbieter konnten 2004 viele neue Kunden gewinnen und den Umsatz kräftig steigern. Bis Ende 2004 waren 87,4 Prozent der Schweizer Bevölkerung mit einem Handy ausgerüstet.

Die Marktanteile der GSM-Anbieter veränderten sich jedoch seit 2003 nur wenig (Swisscom Mobile 61,0 Prozent, Sunrise 21,3 Prozent und Orange 17,7 Prozent). Die Einführung der UMTS-Technologie bezeichnete die ComCom im Weiteren als Meilenstein für den Mobilfunk im vergangenen Jahr.

Der auf Ende 2004 zurückgetretene ComCom-Präsident Fulvio Caccia sprach sich in dem Bericht dagegen aus, die Swisscom vermehrt an die politische Leine zu nehmen. Geleitet wird die Kommission seit Anfang vom ehemaligen Direktor des Bundesamts für Kommunikation, Marc Furrer. (APA/sda)

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