Heftige Unwetter in Nieder- und Oberösterreich

28. Mai 2005, 11:09
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Mehr als 1.000 Feuerwehrmänner im Einsatz - Waldviertel, Bezirk Melk und das Ennstal besonders betroffen - Mit Grafik

In Ober- und Niederösterreich haben am Montagnachmittag heftige Unwetter zu Überschwemmungen geführt. Betroffen waren die Bezirke Steyr-Land, Melk, Gmünd und Zwettl. Gebäude wurden überflutet, Straßen vermurt und teilweise weggerissen, Bäume entwurzelt, Autos weggeschwemmt. Mehr als 1.000 Feuerwehrmänner standen in beiden Bundesländern bis in die Nachstunden im Einsatz.

Sintflutartige Niederschläge, Unwetter und Überschwemmungen verursachten im Ennstal im Bezirk Steyr-Land gewaltige Schäden, berichteten Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Hiesl und Katastrophen-Referent Landesrat Josef Stockinger (beide V) in einer Presseaussendung am Dienstag. Besonders betroffen waren die Gemeinden Laussa, Reichraming, Großraming, Losenstein und St. Ulrich bei Steyr. Durch die großen Regenmengen stieg das Wasser der kleinen Flüsse rasch an. Viele Häuser wurden bis in den ersten Stock überflutet. Murenabgänge verwüsteten Straßen. Rund 400 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

250 Gebäudeschäden in Oberösterreich

Nach ersten Schätzungen sei in der betroffenen oberösterreichischen Region mit bis zu 250 Gebäudeschäden zu rechnen, so die Politiker, die sich am Nachmittag zu einem Lokalaugenschein einfanden. Die Geschädigten können laut Stockinger mit finanzieller Hilfe aus dem Katastrophenfonds im Ausmaß von 30 bis 50 Prozent der nachgewiesenen Reparaturkosten rechnen. Hiesl betonte, dass die teilweise zerstörten Straßenverbindungen schnellstmöglich wieder befahren werden könnten: "Am Geld wird es sicherlich nicht scheitern."

Niederösterreich: Bezirke Melk, Gmünd und Zwettl am meisten betroffen

In Niederösterreich regnete es am heftigsten in den Bezirken Melk, Gmünd und Zwettl, wo zahlreiche Keller ausgepumpt und vermurte Straßen freigemacht werden mussten, zog NÖ-Landesfeuerwehrsprecher Jörg Würzelberger Bilanz. 51 Feuerwehren waren mit 750 Kräften bis Mitternacht beschäftigt. In Zwettl selbst gab es kurzfristig Hochwasseralarm, nachdem die Zwettl über die Ufer getreten war. Sandsack- und Pfostensperren wurden aufgebaut. Die Einsatzkräfte kämpften im Bezirk weiters gegen Überschwemmungen von Häusern und Straßen, reinigten Brunnenanlagen und pumpten Keller aus. Gegen 22.30 Uhr entspannte sich die Lage zusehends.

Keine Verletzten

In Gmünd wurde eine Bahnunterführung einen halben Meter überflutet. Zwei Pkw blieben im Wasser stecken und wurden geborgen. Wassermassen machten eine weitere Straße unpassierbar, der Verkehr wurde örtlich umgeleitet. Personen kamen nicht zu Schaden, so die NÖ Sicherheitsdirektion. Im Dauereinsatz standen Feuerwehrleute auch in der Gemeinde Waldenstein.

Im Bezirk Melk waren die Auswirkungen der Unwetter speziell im Raum Pöggstall, Artstetten, nördlich von Ybbs und Pöchlarn zu bemerken. Es kam zu regionalen Überflutungen, einige Keller standen unter Wasser. In Artstetten wurde das Feuerwehrhaus überflutet, in Seiterndorf bei Weiten waren Straßen kurzzeitig nicht passierbar. Ein Sturmschaden wurde aus Guntramsdorf (Bezirk Mödling) gemeldet. Böen hatten einen Baum abgerissen, der einen abgestellten Pkw beschädigte und in der Folge eine Straße blockierte. Verletzt wurde niemand.

Das Bundesheer wird bei den Aufräumungsarbeiten in Oberösterreich helfen. Rund 100 Pioniere werden ab Mittwoch im betroffenen Bezirk Steyr-Land im Einsatz sein. Das gab das Militärkommando Oberösterreich in einer Presseaussendung am Dienstagnachmittag bekannt. (APA)

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    Feuerwehrleute helfen in Niederösterreich bei Aufräumarbeiten, nachdem schwere Gewitterregen zahlreiche Strassen und Keller ueberfluteten

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    Die betroffenen Gebiete

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    Ein vom Unwetter zerstörtes Auto in Pechgraben in Oberösterreich

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    Beschädigte Straße

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