Kampf um die Ministerien hat begonnen

24. Mai 2005, 13:38
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Stoiber (CSU) und Steinbrück (SPD) werden als künftige Finanzminister gehandelt

Bela Anda, Sprecher von Gerhard Schröder, musste am Montag wieder einmal dementieren: Nein, der Kanzler plane keine Kabinettsumbildung, er wolle mit der gleichen Mannschaft zur Wahl antreten. Doch in Berlin wird damit gerechnet, dass Schröder doch den einen oder anderen Minister vor der Wahl auswechselt.

Seit Längerem ist Peer Steinbrück als Nachfolger von Finanzminister Hans Eichel im Gespräch. Steinbrück hat sein Amt als Regierungschef in Düsseldorf ohnehin gerade verloren und gilt als kompetenter Finanzexperte. Auch der Stuhl von Wolfgang Clement könnte neu besetzt werden. Der einstige "Superminister" ist mittlerweile wegen der hohen Arbeitslosigkeit und der teuren Arbeitsmarktreformen beschädigt. Spekuliert wird, dass Schröder Clements Ministerium teilt: Den Bereich Arbeit könnte der ehemalige SPD-Generalsekretär Olaf Scholz übernehmen. Er hat sein Image mit der Arbeit im Visa-Untersuchungsausschuss verbessert. Für die Wirtschaftsagenden wäre der ehemalige Hamburger Senator Thomas Mirow geeignet. Er berät Schröder schon jetzt in Wirtschaftsfragen.

Auch bei den Konservativen wird spekuliert. CSU-Chef Edmund Stoiber wird als Chef des Großressorts Finanzen und Wirtschaft gehandelt, Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) könnte in Berlin Innenminister werden. In der Bildungspolitik setzt Angela Merkel möglicherweise auf ihre Vertraute Annette Schavan (CDU), derzeit Kultusministerin in Baden-Württemberg. Als Gesundheitsministerin hat sie angeblich Ursula von der Leyen im Auge (CDU). Die siebenfache Mutter ist Sozialministerin in Niedersachsen.

Auf das Amt des Außenministers schielt FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt. Seinen Job im Bundestag könnte Parteichef Guido Westerwelle mitübernehmen. (bau/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.5.2005)

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