Putin kritisiert Lettland und Georgien scharf

26. Mai 2005, 18:27
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Gebietsansprüche an Russland seien "Wahnvorstellungen"

Moskau - Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Nachbarländer Lettland und Georgien scharf kritisiert. Die von lettischen Politikern erhobenen Gebietsansprüche an Russland seien "Wahnvorstellungen", sagte Putin am Montag in Moskau vor Journalisten. "Sie werden nicht den Landkreis Pytalowo (lettisch Abrene) bekommen, sondern die Ohren eines toten Esels", sagte er grob.

Moskau wolle keine Konfrontation, könne aber durchaus "etwas auf die andere Waagschale legen", drohte Putin. Russland hatte die für Anfang Mai geplante Unterzeichnung eines Grenzvertrags mit Lettland auf Eis gelegt, weil die Regierung in Riga erklärte, sie erhalte den Anspruch auf die Grenzen von 1920 aufrecht.

Georgien übe bei den Verhandlungen über einen russischen Truppenabzug unzulässigen Druck aus, kritisierte Putin bei einem Besuch in der Boulevardzeitung "Komsomolskaja Prawda". "Wenn wir schon nicht auf eine freundschaftliche Lösung dieses Problems rechnen können, dann wenigstens auf eine partnerschaftliche. Aber zur Zeit spüren wir nicht einmal das."

Georgien will eine rasche Schließung der beiden letzten russischen Truppenstützpunkte erreichen. Putin gestand ein, dass die Stützpunkte Batumi und Achalkalaki für die Sicherheit Russlands nicht mehr bedeutend seien. "Es wäre auch schlecht, wenn wir Georgien mit allen Kräften daran hindern wollten, seine Souveränität auszuüben", sagte der Kreml-Chef. (APA/dpa)

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