Frächter fürchten Benachteiligung durch digitale Fahrtenschreiber

28. Mai 2005, 18:04
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Neuer Tachograph soll in Österreich am 5. August verpflichtend kommen, in allen Nachbarländern erst später

Wien - Die österreichischen Frächter sehen sich mit einer neuen Benachteiligung gegenüber der Konkurrenz aus den Nachbarländern konfrontiert. Vor allen anderen Nachbarstaaten werde Österreich am 5. August für alle Neufahrzeuge verpflichtend neue elektronische Fahrtenschreiber (so genannte digitale Tachographen) vorschreiben.

"Davon können Sie derzeit ausgehen. Eine effiziente Kontrolle der Sozialvorschriften ist aber nur dann möglich, wenn alle 25 EU-Mitgliedsstaaten die Geräte gleichzeitig und in harmonisierter Weise einführen", kritisierte der Fachverbandsobmann der Transporteure in der Wirtschaftskammer, Nikolaus Glisic.

Im Gesetz verankert

Die Einführung per August 2005 ist im österreichischen Gesetz entsprechend früherer EU-Vorgaben verankert. Weil aber die Mehrheit der Mitgliedsstaaten noch wenige bis keine Vorbereitungen getroffen haben, hatte das EU-Parlament Mitte April eine Verschiebung der verpflichtenden Einführung bis 2006/07 beschlossen. Außer Österreich und Frankreich scheinen derzeit keine EU-Staaten mehr im alten Zeitplan zu liegen, kritisiert der Fachverband.

Das Ministerium in Wien plant derzeit nur eine Übergangsregelung für Lkw, die vor dem 5. August 2005 bestellt, aber bis zu sechs Monate nach dem Stichtag geliefert wurden. Für alle nach dem Stichtag in Österreich bestellten Lkw, werden die neuen Bestimmungen nach dem derzeitigen Verhandlungsstand gelten. Der Verkauf der im System vorgesehenen Benutzerkarten für Fahrer, Unternehmen und Werkstätten ist bereits vor knapp drei Wochen gestartet. Eine Umkehr ist laut Fahrzeugindustrie auch deshalb kaum mehr möglich, weil ein Fahrzeug, dass einmal mit einem digitalen Tachographen ausgestattet ist, auch nicht mehr umgerüstet werden kann.

Höhere Kosten

Die Frächter verweisen in dem Streit zum einen auf die höheren Kosten, sowohl für den Einbau und die Kalibrierung des Geräts, als auch für die Schulungen der Mitarbeiter. Außerdem warnt Glisic davor, dass die heimischen Frächter keine ausländischen Fahrer mehr beschäftigen könnten, wenn deren Herkunftsland nicht die notwendige Genehmigung zur Ausstellung einer österreichischen Fahrerkarte erteilen würden.

Die Konsequenz: Solange nur Österreich die digitalen Tachographen vorschreibe, würden die Frächter nun eben ihre Lkw in den Nachbarländern kaufen. (APA)

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