Kabel Deutschland weitet Verluste aus

27. Mai 2005, 14:13
posten

Nettoverlust von 120 auf 270 Millionen Euro mehr als verdoppelt

Die geplatzte Übernahme von drei Konkurrenten und eine Sonderdividende an die Eigentümer haben Deutschlands größten Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland tiefer in die Verlustzone rutschen lassen. Im Geschäftsjahr 2004/05 (31. März) wurde der Nettoverlust von 120 auf 270 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres wurde aber erstmals in der Firmengeschichte ein kleiner Nettogewinn von 6,8 Millionen Euro erzielt, teilte die Kabel Deutschland GmbH.(KDG) am Montag in München mit. Auch bei seinen Pay-TV-Plänen kommt das Unternehmen nach eigenen Angaben voran.

Konzernumsatz stieg um gut zwei Prozent

Den Löwenanteil seines Umsatzes macht Kabel Deutschland weiterhin mit den gut 9,6 Millionen Kabelanschlüssen. Insgesamt stieg der Konzernumsatz 2004/05 um gut zwei Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen ging leicht von 405 auf 400 Millionen Euro zurück. Das Nettoergebnis wurde durch eine Sonderdividende von 156 Millionen Euro, Finanzierungskosten und Ausgaben für die geplanten Übernahmen belastet. Bereinigt um Einmaleffekte wurde der Nettoverlust nach Angaben des Unternehmens von 53 auf 40 Millionen Euro reduziert. Die Verschuldung lag Ende März bei knapp zwei Milliarden Euro.

Im Bezahlfernsehen macht KDG seit dem vergangenen Herbst dem bisherigen Monopolisten Premiere mit eigenen Digital-Paketen Konkurrenz. Ende März hatte das Unternehmen insgesamt 224.000 Digitalkunden, davon hatte etwa die Hälfte eines der neuen Programmpakete abonniert. Die andere Hälfte nutzt Fremdsprachenpakete, die Kabel Deutschland bereits seit längerem anbietet.

Zufriedenstellende Kundenzahlen

Mit den Kundenzahlen sei man zufrieden, sagte ein Sprecher. KDG habe zuletzt etwa gleich stark zugelegt wie Premiere. Allerdings stehe man gar nicht unbedingt in direkter Konkurrenz. Kabel Deutschland setze weniger auf exklusive Inhalte wie zum Beispiel Fußball. "Wir wollen Produkte anbieten, die sich jeder leisten kann." Derzeit gibt es bei KDG ein Paket mit 30 Sendern für neun Euro im Monat. Die Zahl der Abonnenten solle durch neue Angebote weiter ausgebaut werden. Zudem solle das Programm auch zunehmend in Programmzeitschriften abgedruckt werden. Kürzlich hatte KDG dazu unter anderem eine Kooperation mit Springer abgeschlossen.

Die KDG wollte im vergangenen Jahr die drei verbliebenen Konkurrenten in Deutschland übernehmen, sagte das Geschäft aber wegen Kartellproblemen ab. Auch die Börsenpläne sind erst einmal zu den Akten gelegt. Das Unternehmen gehört einem Investorenkonsortium aus Apax Partners, Providence Equity und Goldman Sachs Capital Partners. (APA)

Share if you care.