Drei Monate unbedingte Haft für Kärntner Sammler von Kinderpornos

24. Mai 2005, 13:06
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Klagenfurter hortete 2.600 anstößige Bilder von Minderjährigen - Eigene Kinder fanden die Fotos

2.600 pornografische Bilder von Minderjährigen hat ein 48-jähriger Klagenfurter aus dem Internet heruntergeladen. Am Montag wurde er dafür am Landesgericht Klagenfurt zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten, drei davon unbedingt, rechtskräftig verurteilt.

"Nein", beteuerte der geständige Beschuldigte vor Richter Oliver Kriz, "ich habe keine pädophilen Neigungen". Trotzdem war der Arbeiter schon einmal wegen einschlägiger Delikte zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Nach der Entlassung vor drei Jahren lud wieder Kinderpornos aus dem Netz herunter, um sie anschließend auf 45 CDs zu speichern.

"Nicht so tragisch"

"Ich habe gedacht, wenn die Fotos öffentlich zugänglich sind, ist es nicht so tragisch", versuchte sich der Beschuldigte diesmal zu rechtfertigen. "Man braucht sich nur die Gesichter der Kinder auf den Bildern anzusehen, das ist tragisch genug", äußerte sich Staatsanwalt Friedrich Borotschnik dazu.

Gefunden hatten die am Computer gespeicherten Bilder übrigens die zwei Kinder des Beschuldigten. Ein weiteres erwartet dessen Lebensgefährtin in der ersten Juliwoche. Auch ein Grund für den Richter, ein mildes Urteil zu fällen. Weiters, so betonte Verteidiger Michael Hirm, sei mit dem Herunterladen im März des vergangenen Jahres Schluss gewesen. Da fand der Beschuldigte nämlich Arbeit.

Datenträger vernichtet

Nun werden die Datenträger mit den Bildern sowie etliche Videokassetten, die man bei der Hausdurchsuchung gefunden hatte, vernichtet, wofür das Gericht erst das Einverständnis des Besitzers einholen musste. Auf die Rücknahme einer beschlagnahmten Internet-Kamera wollte dieser verzichten: "Ich habe jetzt sowieso keinen PC mehr." "Da sind wir sehr korrekt, sie können sie ja am Flohmarkt verkaufen", antwortete der Staatsanwalt.

"Wenn es Leute wie Sie nicht gäbe, würde auch die Industrie mit Kinderpornos nicht existieren", sagte Richter Kriz in seiner Urteilsbegründung. Und riet dem Klagenfurter außerdem zu einer anschließenden Therapie. Diese wollte der Mann schon während der fünfjährigen Haft in der Justizstrafanstalt Graz-Karlau in Anspruch nehmen: "Da gab es keine Möglichkeit dazu". (APA)

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