Von Navigationssystemen und dem Büro der Zukunft

23. Mai 2005, 15:09
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FH Hagenberg der große Gewinner beim jüngsten Forschungs-Call

Jubelstimmung in den Fachhochschul-Studiengängen Hagenberg. Der Grund: Im von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) abgewickelten FH-plus-Programm schnitt man im Vergleich zu anderen Fachhochschulen am besten ab: Fünf Projekte wurden genehmigt, eine Fördersumme von knapp einer Million Euro geht nach Oberösterreich in das Umfeld des Softwareparks. Insgesamt kommt ein Drittel der 23 geförderten Projekte aus Oberösterreich, zwei weitere aus der FH Steyr, eines aus Wels.

Die weiteren Fördernehmer sind das Technikum Kärnten (3), die Fachhochschulstudiengänge Burgenland, die FH St. Pölten, das International Management Center Krems, die FHs von Salzburg (3), im Grazer Joanneum (2), in Vorarlberg, Kufstein und in Wien, sowohl der Campus als auch das Technikum mit je einem Projekt. Für die Ausschreibung standen 7,5 Millionen Euro zur Verfügung. Einige Projektbeispiele:


FH Hagenberg:

Ein Projekt befasst sich mit intelligenten, selbst lernenden Navigationskarten, womit sämtliche GPS-Routenplaner vom Anwender personen- oder aktivitätsbezogen konfigurierbar sein sollen. Das Ziel des Vorhabens "I-Navigate" ist es, ein System zu entwickeln welches aus dem Aufzeichnen von Wegen, die ein Benutzer (Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger) zurückgelegt hat, eine routinefähige Karte erzeugt bzw. eine bestehende digitale Karte erweitert.

"Office of Tomorrow" wird ein neuer Arbeitsbereich genannt, ebenfalls eine Idee aus Hagenberg, ausgestattet mit Sensoren und Kameras, erfasst die Personeneingaben, deren Bewegungen, Gesten (z. B. Handbewegungen) und reagiert entsprechend. Die Benutzer interagieren nicht nur mit einem Computergerät, sondern das ganze Büro fungiert als Gesamt-Computer (ubiquitous computing), der allgegenwärtig ist, gleichzeitig aber für den Benutzer unsichtbar bleibt.


FH Wels:

Mit dem Projekt Aktherm - Aktive Thermografie - soll die Anwendung und Entwicklung von Methoden der aktiven Thermografie (Prüfung und Darstellung von Flächen) zur zerstörungsfreien Werkstoff- und Bauteilprüfung von Verbundwerkstoffen für die Luftfahrtindustrie möglich sein. Ziel ist es, ein serienreifes Prüfverfahren zu entwickeln, das eine sichere Erkennung und Charakterisierung von Defekten, ermöglicht.

Campus Wien:

Hier entstand das Projekt "Optipro - Optimierung einer Produktionsplattform für die Herstellung therapeutischer Proteine". Meist werden diese Eiweißstoffe biotechnologisch, mithilfe von Mikroorganismen, hergestellt. Das Ziel diese Projektes ist die Entwicklung neuer Methoden, um Proteine rascher, effizienter und kostengünstiger herstellen zu können, da sie wichtige pharmazeutisch wirksame Substanzen sind. (red/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23. 5. 2005)

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