Krankenversicherung: Defizit 2004 "nur" bei 233,7 Millionen Euro

25. Mai 2005, 16:07
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Fast 100 Millionen Euro weniger als erwarteter Abgang

Wien - Ein Defizit von "nur" 233,7 Millionen Euro weist das "vorläufige endgültige Gebarungsergebnis" der Krankenversicherungen für 2004 aus. Erwartet war ein Abgang von 330 Millionen Euro worden, das Minus ist also um fast 100 Millionen Euro geringer. Nach den jüngsten Daten des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger gab es im Vorjahr Einnahmen von 11,27 Milliarden Euro, die Ausgaben hatten 11,51 Milliarden betragen. Der Saldo von minus 233,7 Millionen Euro beträgt 2,1 Prozent der Gesamteinnahmen.

Grund für diese Entwicklung ist laut dem Vorstandsvorsitzenden des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger, Erich Laminger, dass die Beitragseinnahmen höher waren als angenommen. Positiv habe sich auch der Tiefstand bei den Krankenständen ausgewirkt. Dieser dürfte übrigens im heurigen Jahr neuerlich nach unten gehen. Der Vorsitzende der Trägerkonferenz im Hauptverband und Chef der Wiener Gebietskrankenkasse, Franz Bittner, kritisierte dagegen, dass das geringere Minus nur durch Leistungseinschränkungen erkauft worden sei. Er warf Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) vor, "auf Kosten der Ärmsten" zu sparen.

Nach Versicherungsträgern getrennt weist die Gebietskrankenkasse Wien mit 124,1 Millionen Euro das stärkste Minus auf, in Prozenten sind das minus 5,8. Die GKK Kärnten hat relativ gesehen mit 6,6 Prozent das stärkste Minus, absolut ist es ein Abgang von 33,5 Millionen Euro. Unter den neun Gebietskrankenkassen kann nur Oberösterreich mit plus 0,4 Millionen Euro ein positives Gebarungsergebnis aufweisen. Alle GKK zusammen genommen haben ein Saldo von minus 317,5 Millionen Euro oder minus 3,8 Prozent. Positiv bilanzieren die Versicherungsanstalt Öffentlich Bediensteter mit plus 32,7 Millionen Euro (+ 2,8 Prozent), die Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft (plus 46,8 Millionen Euro / + 6,3 Prozent) und die SVA der Bauern (plus 6,2 Millionen Euro / + 1,4 Prozent).

Für 2005 wird ein Minus von 255,8 Millionen Euro (- 2,2 Prozent) erwartet. Die Gebarungsvorschaurechnung der Krankenversicherungen für 2006 ergeben ein Salo von 372 Millionen Euro (- 3,1 Prozent) und für 2007 einen weiteren Anstieg des Defizits auf 510 Millionen Euro (- 4,2). (APA)

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