PDS setzt auf Gysi als Spitzenkandidat

24. Mai 2005, 21:39
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Wahlkampfleiter Ramelow rechnet fest mit Antreten des Ex-Fraktionschefs

Berlin/Erfurt - Die PDS will mit dem ehemaligen Fraktionschef und Berliner Bürgermeister Gregor Gysi als Spitzenkandidat in die vorzeitige deutsche Bundestagswahl im Herbst ziehen. "Ich gehe davon aus, dass Gysi es macht", sagte PDS-Wahlkampfleiter Bodo Ramelow gegenüber der "Berliner Zeitung". Gysi selbst, der sich zwischenzeitlich aus der aktiven Politik zurückgezogen hatte, kündigte eine schnelle Entscheidung darüber an.

Im Gespräch mit dem ebenfalls in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel" stellte er eine Entscheidung für die nächsten Tage in Aussicht. "Alle müssen jetzt schneller nachdenken, das gilt auch für mich", wird Gysi zitiert. Schon bald wolle er sich dazu mit dem PDS-Vorsitzenden Lothar Bisky beraten. Die PDS müsse die Chance begrüßen, rascher in den Deutschen Bundestag zurückzukehren, sagte Gysi dem Bericht zufolge.

Ramelow, der auch Fraktionsvorsitzender der PDS im Thüringer Landtag ist, forderte in dem Zeitungsinterview zugleich die PDS in den rot-roten Landsregierungen Berlins und Mecklenburg-Vorpommerns auf, mehr Profil zu zeigen. "Ich erwarte klare Ansagen an unseren Koalitionspartner, dass Themen wie Hartz IV mit viel deutlicherem Nachdruck betrieben werden." Die PDS wolle im Wahlkampf Arbeitslosigkeit und Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellen.

Skeptisch äußerte sich Ramelow dagegen zu einem möglichen Bündnis mit der neuen Linkspartei Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG), die im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen nur auf 2,2 Prozent gekommen war. Die Zeit langer Debatten sei vorbei, die PDS kämpfe um ihr eigenes Profil und werde auch mit offenen Listen antreten. "Wir laden Menschen ein, die sich gegen neoliberale Politik einbringen wollen", betonte der PDS-Wahlkampfleiter. "Aber die Träumereien von irgendwelchen neuen Projekten ist vorbei", fügte Ramelow hinzu. Schließlich verfüge die PDS über rund 6.000 Mandate in Deutschland, Hunderte von Mitarbeitern und ökonomische Rücklagen, um den Wahlkampf zu stemmen. (APA/AP/dpa)

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