Bürgermeister will Hacker-Konferenz verhindern

31. Mai 2005, 10:41
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Niederländischer Ort sieht "Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung" durch "What the Hack"

Von einer Absage bedroht ist die alle vier Jahr stattfindende internationale Hacker-Konferenz "What the Hack". Der Bürgermeister der niederländischen Gemeinde Boxtel, die für die Örtlichkeit des Treffens zusändig ist, will die Konferenz verhindern indem er die nötige Veranstaltungsbewilligung verweigert, er sehe eine "Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung" gegeben.

Unverständnis

Einer der Organisatoren, Rop Gonggrijp, Mitbegründer des ersten holländischen Internet Providers XS4ALL, geht davon aus, dass das Problem aufgrund eines Missverständnisses entstanden ist: "Der Bürgermeister scheint ein falsches Verständnis davon zu haben, was wir Hacker auf Konferenzen tun. Ja, wir glauben, dass es wichtig ist Sicherheitsprobleme bei Computern aufzudecken und sie öffentlich zu machen. In fremde Computer einzubrechen ist allerdings ein Nebenthema für uns. Bei unseren Teilnehmern handelt es sich um verantwortungsbewusste Hacker. Die meisten von ihnen beschäftigen sich mit dieser Materie bereits seit Jahren professionell in IT-Unternehmen."

Programm

An der für den 28. bis 31. Juli 2005 geplanten Konferenz sollen ca. 3.000 Hacker aus der ganzen Welt teilnehmen. Geplant sind zahlreiche Workshops und Vorträgen zu aktuellen netspolitischen Themen wie den drohenden Risiken von biometrischer Erfassung und RFID-Chips, den Auswirkungen von Software-Patenten in Europa und einem drohenden Überwachungsstaat.

Durchsetzen

Die Veranstalter wollen sich jedenfalls nicht so ohne weiteres geschlagen geben, wenn nötig werde man auch rechtliche Schritte gegen den "eigenmächtigen" Beschluss des Bürgermeisters beschreiten. (red)

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