ÖVP-Hernals will DNA-Analyse gegen Hundstrümmerln

5. Juli 2005, 16:49
272 Postings

Wiener Bezirksparteichef für "genetischen Pfotenabdruck" - Die Kosten hätte der Hundehalter zu tragen

Die ÖVP in Wien-Hernals will der Hundekotproblematik in der Bundeshauptstadt mit einem radikalen Vorschlag Herr werden. Bezirksparteichef Manfred Juraczka sprach sich am Montag per Aussendung dafür aus, allen Hunden in Wien eine Speichelprobe zur DNA-Analyse abzunehmen, um illegal zurückgelassene Fäkalien per "genetischem Pfotenabdruck" dem jeweiligen Tier zuordnen zu können.

In der VP-Landespartei bestätigte eine über den Vorschlag hörbar unglückliche Sprecherin die Authentizität der Aussendung. Juraczka selbst beteuerte gegenüber der APA, dass er seine Forderung durchaus ernst meine: "Es ist ein zugegeben radikaler Ansatz, um dem Thema Herr zu werden." Derzeit sei die "Urheberschaft der tierischen Tretminen" nur nachweisbar, wenn Hund und Halter auf frischer Tat ertappt würden, klagte er. Mit dem "genetischen Pfotenabdruck" könnte sich das seiner Ansicht nach ändern.

Hundehalter sollen Kosten übernehmen

In der deutschen Stadt Dresden wird laut Juraczka bereits über ein solches Modell nachgedacht. Ein Labor beziffere dort die Kosten pro durchgeführtem DNA-Test mit rund 75 Euro. "Diese Kosten hätte natürlich der dadurch ermittelte Hundehalter zu tragen. Und darüber hinaus eine Verwaltungsstrafe nach den bereits derzeit geltenden Bestimmungen", so der ÖVP-Politiker.

"Ich glaube, dass auch die Hundehalter dafür Verständnis haben", betonte Juraczka, schließlich gehe es darum, einige wenige schwarze Schafe nach dem Verursacherprinzip zu bestrafen. Auch Datenschutzbedenken hat der ÖVP-Politiker nicht. Ein "Hundeüberwachungsstaat" sei nicht zu befürchten, meinte er schmunzelnd. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.