Grünschnabel versus Methusalem

11. Dezember 2005, 18:05
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Bei den nächsten Landtagswahlen wählen Jugendliche erstmals den Salzburger Landtag mit.

Doch bereits jetzt rüsten sich die Salzburger Landesparteien für den „Wahlkampf der Zukunft“. Ein Blick in den Landtag könnte für die potenzielle Jungwählerschaft jedoch etwas ernüchternd wirken: Das Durchschnittsalter der ÖVP-Abgeordneten liegt bei 51,5 Jahren, knapp gefolgt von der FP-Mannschaft von Klubobmann Karl Schnell mit einem durchschnittlichen Lebensalter von 51,6 Jahren. Gerade die als „Jugend-Partei“ bekannten grünen Abgeordneten Heidi Reiter und Cyriak Schwaighofer kommen zusammen auf 107 Jahre, was den Fraktionsschnitt auf 53,5 Jahre steigen lässt. Lediglich die SPÖ bleiben mit einem mittleren Wert von 46,7 Jahren unter der „magischen 50er-Marke“.

Oberste Priorität bei Arbeit und Ausbildung

„Man kann nicht generell behaupten, dass sich jüngere Politiker leichter mit den Problemen und Anliegen der Jugend identifizieren können“, so SPÖ-Klubobmann David Brenner, mit 34 Jahren selbst jüngster Abgeordneter, „doch selbstverständlich gibt es im einen oder anderen Bereich erhebliche Unterschiede.“ Beim „Start ins eigene Leben“ sieht Brenner vor allem Arbeitslosigkeit und Ausbildung als Jugend-Themen Nummer eins. „Ebenso wichtig für den Start ins eigene Leben sind finanzierbare Wohnungen sowie ein attraktives Kulturangebot“, so der SPÖ-Mann.

Comeback der traditionellen Werte?

ÖVP-Klubobfrau Gerlinde Rogatsch kündigt unterdessen eine Verjüngung des schwarzen Landtags-Teams bereits Mitte 2006 an. „Ich glaube kaum, dass jugendliche Themen ausschließlich von jungen Menschen verstanden und vermittelt werden können. Die persönliche Zukunft geht jeden etwas an.“ Mit ihrer Studentenorganisation „GRAS“ sowie der kürzlich gegründeten „Grünen Jugend“ versteht sich LAbg. Heidi Reiter als Vorreiterin der jungen Wähler. „Mit Martina Berthold steht außerdem ein junges Polit-Talent in den Startblöcken.“ FP-Chef Karl Schnell sieht vor allem bei gesellschaftlichen Themen Handlungsbedarf. „Ich bin überzeugt von einer Rückbesinnung auf die traditionellen Werte. Der Kampf gegen Kriminalität und Drogen bleibt auf Jahre hinaus aktuell.“ (ftm)
Alle Beiträge der Salzburg-Seiten von derStandard.at werden von Teilnehmern der Online-Lehrredaktion der Abteilung Journalistik an der Uni Salzburg in eigener Verantwortung erstellt.
  • WahlurneDer Kampf um jede Stimme ist eröffnet: Mit der Novelle des Wahlrechts verjüngt sich die Wählerschaft beträchtlich.
    mrazek

    Wahlurne

    Der Kampf um jede Stimme ist eröffnet: Mit der Novelle des Wahlrechts verjüngt sich die Wählerschaft beträchtlich.

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