Entführter EU-Beamter wieder auf freiem Fuß

25. Mai 2005, 02:13
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Bei Kämpfen 31 Tote in Antioquia

Caracas/Bogota - Der vor mehr als sieben Wochen in Kolumbien verschleppte spanische EU-Entwicklungshelfer Carlos Ayala Saavedra ist nach seiner Flucht in der Obhut des venezolanischen Militärs. Das teilte ein Militärsprecher am Montag in Venezuela mit.

Der EU-Mitarbeiter mit Diplomatenstatus war seinen Entführern am Sonntag entkommen und unweit der Grenze von venezolanischen Soldaten aufgegriffen worden. Während der Entführung habe Saavedra zwar reichlich Wasser, aber nur wenig Essen bekommen. Er sei "abgemagert", sein Zustand ist nach Polizeiangaben aber "stabil".

Saavedra arbeitete für die Abteilung für Humanitäre Hilfe (Echo), die der EU-Kommission zugeordnet ist. Er war am 15. April zusammen mit seiner kolumbianischen Mitarbeiterin Sonia Vergara in der Stadt Cucuta im Nordosten Kolumbiens in der Nähe zur venezolanischen Grenze verschwunden. Vergara war nach zwei Wochen freigelassen worden. Die Identität der Entführer war zunächst unklar.

Bei Kämpfen des kolumbianischen Militärs mit linken Rebellen, rechten Paramilitärs und Drogenbanden sind am Wochenende mindestens 31 Menschen getötet worden. Die meisten Opfer gab es bei heftigen Gefechten in der Nähe des Ortes Ituango in der Provinz Antioquia im Nordwesten des Landes. Dort starben nach Angaben des Vize-Gouverneurs Jorge Meíja vom Sonntag (Ortszeit) 15 Mitglieder der marxistischen Rebellengruppe "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) und 3 Soldaten.

Bei weiteren Gefechten in sieben verschiedenen Provinzen starben nach Angaben des Militärs 8 weitere FARC-Rebellen, 2 Paramilitärs, ein ELN-Guerillero und 2 Mitglieder einer Drogenbande. Zugleich seien Waffen, Munition und Sprengstoff sicher gestellt worden.

Die linken Rebellen bekämpfen schon seit Jahrzehnten den von konservativen Kräften beherrschten Staat. Zugleich liefern sie sich aber auch immer wieder Gefechte mit den rechten Paramilitärs, mit denen sie um die Beherrschung des Drogenhandels konkurrieren. Die Paramilitärs werden vom Militär zwar offiziell bekämpft, erledigen zugleich aber oft die "Drecksarbeit" für Polizei, das Militär und wohlhabende konservative Kreise. (APA/dpa)

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