Indien nach Anschlägen auf Kinos in Alarmbereitschaft

27. Mai 2005, 14:04
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Umstrittener Film teilweise vom Programm genommen

Neu-Delhi - Nach den Anschlägen auf zwei Kinos in Neu-Delhi sind die indischen Sicherheitskräfte in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Bei den Bombenanschlägen waren ein Mensch getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Am Montag detonierte in der indischen Hauptstadt erneut ein kleinerer Sprengsatz. Die Explosion, bei der ein Mensch verletzt wurde, stand Polizeiangaben zufolge nicht in Zusammenhang mit den Anschlägen auf die Kinos.

Sakrileg

Die Lichtspielhäuser hatten einen Film gezeigt, der nach Meinung mancher Sikhs die Religion dieser Gruppe schmäht. Viele Kinos nahmen den Titel nach den Anschlägen aus dem Programm. Die Polizei in Bombay kündigte an, alle Vorstellungen des Films zu schützen oder die Kinobesitzer aufzufordern, auf den Titel zu verzichten. Ministerpräsident Manmohan Singh, der selbst ein Sikh ist, besuchte die Verletzten im Krankenhaus.

Manche Sikhs nehmen besonderen Anstoß an Szenen des umstrittenen Films "Jo Bole So Nihal", in denen Schauspieler Sikh-Tempel betreten, ohne sich die Schuhe auszuziehen oder den Kopf zu bedecken. Dies wird von Sikhs als Sakrileg betrachtet.

Am Sonntag war der erste Jahrestag der indischen Regierungskoalition. Manmohan Singh ist der erste Sikh im Amt des Regierungschefs. (APA)

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    Ein Plakat des umstrittenen Films bei einem der betroffenen Kinos

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