Salzburg fertigt Rapid 4:1 ab

24. Mai 2005, 18:29
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Der Ausflug der grün-weißen Scharen nach Westen war vergebens, der ersatzgeschwächte Meister schonte sich schon für das Derby

Salzburg - Rapid ist nicht Bayern München. Hatte sich der deutsche Meister nach dem vorzeitigen Titelgewinn auch in den restlichen drei Runden von seiner besten Seite gezeigt (drei Siege, 13:6 Tore), so nahmen die Hütteldorfer zumindest die erste Partie nach dem Gewinn ihrer 31. Meisterschaft recht locker und verloren in Salzburg gegen die ambitionierten Gastgeber verdient und deutlich mit 1:4, womit sich die Festspielstädter mit ihrer wohl besten Saisonleistung für das Wiener 0:5-Debakel revanchierten.

Die nur teilweise erzwungene Aufstellung der Hütteldorfer ließ von Beginn an nicht all zu viel erwarten, fehlten doch neben Martin Hiden und Katzer auch Ivanschitz, Kincl, Lawaree, Dosek und blieb Kapitän Hofmann (gemeinsam mit Sturm) zur Pause in der Kabine. Immerhin warten auf den Champion zwei Mal die Austria (davon ein Cupfinale) und auswärts noch der GAK. Für sie kamen die Bundesliga-Debütanten Kavlak (16 Jahre) und Lenko (20) ins Spiel und schließlich durfte auch Gartler für den enttäuschenden und auf sich allein gestellten Kienast mitspielen.

Führung durch Standards

Zwei Standardsituationen brachten die Hausherren 2:0 in Front. In der 13. Minute köpfelte Mrdakovic (zweites Saisontor) eine Freistoßflanke von Scharrer ziemlich unbehindert zum 1:0 ein - auch Payer hatte sich auf die falsche Seite orientiert - und in der 51. war Christoph Jank bei einem weiteren Freistoß von Scharrer zu seinem ersten Treffer seit zwei Jahren erfolgreich.

Der dritte Streich ging auf das Konto des starken Seo, der einen Konter mit Idealpass von Öbster erfolgreich abschloss (81.). Den Salzburger Schlusspunkt setzte der eingewechselte Tomic nach Flanke von Seo mit dem Kopf (91.). Damit hatten die Gastgeber nicht nur ihre ersten Saisontore gegen die Hütteldorfer erzielt, sondern obendrein eine beeindruckende Erfolgsserie des Meisters (sieben Siege, ein Remis) beendet.

Ehrentor kurz vor Schluss

Rapid kam schließlich noch in der 96. Minute durch Garics nach Freistoß von Martinez zum einzigen Tor. Vor dem Seitenwechsel hatten die Gäste nur eine Möglichkeit (Feldhofer verköpfelte nach Sturm-Freistoß) und waren nach der Pause auch nicht viel gefährlicher (sehr umstrittene Abseitsentscheidung bei einem Treffer von Gartler), die Salzburger hatten durch Seo noch zwei gute Möglichkeiten.

In der zweiten Hälfte kam es zu einer Spielunterbrechung, als einige der rund 3.500 Rapid-Fans Wurfgeschosse schmissen und Feuerwerkskörper zündeten. Rapid-Trainer Josef Hickersberger trat auf den Planz und beruhigte die "Fans". Daher wurden sieben Minuten nachgespielt. Salzburger Anhänger protestierten auf andere Weise: Sie entrollten ein Transparent mit den Worten: "Violett-Weiß seit 1933". Sie wollen den Verein nicht auf Blau-Weiß umfärben lassen. (APA/red)

  • SV Salzburg - Rapid Wien 4:1 (1:0). Wals-Siezenheim, 11.640 (richtig), Plautz.

    Toree: 1:0 (13.) Mrdakovic
    2:0 (51.) Chr. Jank
    3:0 (81.) Seo
    4:0 (91.) Tomic
    4:1 (96.) Garics

    Salzburg: Arzberger - Winklhofer, Laessig, Chr. Jank, Milinovic (66. Öbster) - Seo, Pichorner, Aslan, Gjosevski - Scharrer (86. Th. Eder), Mrdakovic (82. Tomic)

    Rapid: Payer - Markus Hiden, Hlinka, Feldhofer, Korsos - Garics, St. Kulovits, Martinez, Sturm (46. Lenko) - Hofmann (46. Kavlak), Kienast (72. Gartler)

    Gelbe Karten: Pichorner bzw. Hofmann

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Die Salzburger schenkten dem Meister vier Mal ein, Markus Scharrer präsentiert stolz die Beine des Torschützen Christoph Jank. (li. Thomas Winklhofer, re. Miljan Mrdakovic und Jung Won Seo)

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