Israelische Offiziere für Aufschub des Gaza-Abzugs

24. Mai 2005, 23:04
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Sharon: Abzug beginnt wie geplant Mitte August - Ägypten will Räumung mit bis zu 2750 Soldaten begleiten

Jerusalem - Einige hochrangige israelische Offiziere haben sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen dafür ausgesprochen, die Räumung des Gaza-Streifens um bis zu sechs Monate aufzuschieben. Ministerpräsident Ariel Sharon versprach jedoch, dass der Abzug wie geplant Mitte August beginnen werde.

Einige Offiziere seien besorgt darüber, dass die Vorbereitungen für den Abzug nur schleppend vorankommen, hieß es in den Kreisen. Auch das erneute Aufflammen der Gewalt im Gaza-Streifen habe Bedenken ausgelöst. "Wenn es weitere Eskalationen gibt, dann bin ich sicher, dass weitere Offiziere der Armee offen über einen Aufschub sprechen werden", sagte ein Militärvertreter.

Interne Bedenken

Die Bedenken seien allerdings bisher nur intern und ohne Beteiligung der politischen Führung diskutiert worden. Palästinensische Extremisten hatten in den vergangenen Tagen verstärkt jüdische Siedlungen im Gaza-Streifen und israelische Städte mit Granaten und Raketen beschossen.

Die Äußerungen der Offiziere entbehrten jeglicher Grundlage, erklärte dagegen Sharon am Sonntag nach seiner Ankunft in New York, zu Beginn eines dreitägigen Besuchs in den USA. "Die Räumung wird an genau dem Tag vorgenommen, der dafür vorgesehen ist." Dies sei voraussichtlich der 16. oder 17. August. Auch die israelische Armee teilte mit, ein späterer Termin stehe nicht zur Diskussion. "Der Gedanke wurde in keinen internen Diskussionen besprochen und spiegelt nicht die Position der Armee."

Der Abzug aus dem Gaza-Streifen war bereits um drei Wochen auf Mitte August verschoben worden, weil der ursprünglich festgesetzte Termin in die Zeit eines religiösen Festes gefallen war. Die erneute Debatte über eine Verschiebung der Räumung weckte bei den rund 8.500 Siedlern im Gaza-Streifen die Hoffnung, dass die israelische Regierung möglicherweise ihren Abzugsplan doch noch aufgeben könnte.

Ägypten stellt Soldaten

Ägypten will die Räumung israelischer Siedlungen aus dem Gaza-Streifen mit bis zu 2750 eigenen Soldaten an den Grenzen zum Nachbarland begleiten. "Wir reden über 1500 bis 2000 Soldaten auf Seiten der ägyptisch-israelischen Grenze", sagte der ägyptische Außenminister Ahmel Abul Gheit am Sonntag am Rande eines Treffens des Weltwirtschaftsforums . Weitere 750 Leute seien für den ägyptisch-palästinensischen Teil der Grenze im Gespräch. Diese Zahlen seien jedenfalls Grundlage einer Vereinbarung, die die ägyptische Regierung derzeit mit den Israelis auszuhandeln versuche. Es sei jedoch noch keine Einigung erzielt worden. (APA/Reuters)

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