Shami gewinnt bei seinem Debüt

22. Mai 2005, 18:55
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Der für Katar startende Kenianer siegte vor den Favoriten in 2:12:20 - Buchleitner Achter - Barsosio siegte bei den Frauen

Wien - Der 25-jährige Mubbarak Shami aus Katar hat am Sonntag in 2:12:20 Stunden den 22. Vienna City Marathon gewonnen und für eine große Überraschung gesorgt. Der gebürtige Kenianer absolvierte sein Marathon-Debüt und verwies die höher eingeschätzten früheren Landsleute auf die weiteren Plätze.

Sieg der Topfavoritin

Bei den Frauen setzte sich Topfavoritin Florence Barsosio in 2:31:40 durch, die Steirerin Eva-Maria Gradwohl wurde in 2:39:44 Zweite. Susanne Pumper lief in 1:13:20 ÖLV-Halbmarathon-Rekord.

Der Wien-Rekord - aufgestellt 2004 in 2:08:35 vom Kenianer Samson Kandie - war am Sonntag schon vor dem Start nicht in Gefahr. Prognostizierte und auch eingetroffene Temperaturen zwischen 17 und 25 Grad und streckenweise starker Wind setzten den 6.709 Marathon-Teilnehmern zu. Von Beginn an hatten die Läufer aus Afrika das Geschehen beherrscht, bei Kilometer 22 hatte sich eine dreiköpfige Gruppe mit Shami, dem Äthiopier Degene Regassa Nigusse und dem Kenianer Matthew Cheboi abgesetzt, zwei Kilometer später löste sich Shami von seinen Konkurrenten.

Der Wien-Sieger 2005 hatte mit dem Nationenwechsel vor acht Monaten auch seinen Namen von Richard Yatich in Mubbarak Shami geändert. Er hat eine Halbmarathon-Bestzeit von 1:00:31 Stunden (2004 in Lissabon) zu Buche stehen und wurde erst vor zwei Wochen für Wien verpflichtet "Eine große Überraschung, mit einem Sieg von ihm hätte ich nicht gerechnet. Ich habe während des Rennens mit seinem italienischen Manager gesprochen und ihm gesagt, dass Shami bei Kilometer 25 Zeiten von 3:01, 3:02 läuft. Der hat die Hände über den Kopf zusammengeschlagen und gemeint, das ist zu früh", erzählte Rennleiter Mark Milde.

Leichter Einbruch des Siegers am Ende

Dem Angriff folgte ein leichter Einbruch, dennoch hatte Shami auf den zweitplatzierten Topfavoriten Japhet Kosgei aus Kenia im Ziel 2:55 Minuten Vorsprung. "Mein Problem war die fehlende Erfahrung. Ich hätte sonst sicher 2:09 laufen können, wenn ich mir das anders eingeteilt hatte", so der Sieger, der sich damit auch für die Weltmeisterschaften in Helsinki qualifizierte. Bei Kilometer 28 sorgte er für eine Schrecksekunde, als er stoppte, um die verrutsche Lasche an seinem Schuh zu richten. Michael Buchleitner wurde in seinem "definitiv letzten Rennen auf diesem Niveau" als bester Österreicher in 2:16:41 Stunden Achter.

Gradwohl verpasste zwar den im Vorjahr fixierten persönlichen Rekord von 2:38:04, war aber auf Grund der äußeren Umstände sehr zufrieden: "Bis Kilometer 31 ist es von der Temperatur her gegangen, dann habe ich die Kilometerzeiten zurückgenommen. Ich war wie ein Brathendl durch. Aber ich bin es couragiert angelaufen, dachte mir, was ich hab, das hab ich, denn es wird noch heiß. Ich habe mich schon im Vorfeld auf die Bedingungen eingestellt." Ihren nächsten Start hat sie in Berlin eingeplant. Von "einem der härtesten Rennen" ihrer Karriere sprach auch Barsosio, die souverän die Erwartungen erfüllte. (APA)

Ergebnisse vom Wien-Marathon am Sonntag:

Männer: 1. Mubbarak Shami (KAT) 2:12:20 Stunden - 2. Japhit Kosgei (KEN) 2:15:15 - 3. Serem Henry (KEN) 2:15:26 - 4. Lahoucine Mrikik (MAR) 2:15:45 - 5. Richard Mutai (KEN) 2:15:57 - 6. Maru-Shadrad Kipchirchir (KEN) 2:16:18 - 7. Degene Regassa Nigusse (ETH) 2:16:37 - 8. Michael Buchleitner (AUT) 2:16:41

Frauen: 1. Florence Barsosio (KEN) 2:31:40 Stunden - 2. Eva-Maria Gradwohl (AUT) 2:39:44 - 3. Ilona Parwanowa (UKR) 2:47:04 - 4. Daniela Bidmon (AUT) 2:48:14 - 5. Nicole Güldemeister (GER) 23:49:13 - 6. Tanith Maxwell (RSA) 2:49:29

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    Überaschender Sieg beim Marathon-Debüt: Mubarak Shami

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    Impressionen: Mit dem Sieger im Prater.

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