Ehemaliger Ermittler berichtet aus Saddams Gefängnis

24. Mai 2005, 19:52
2 Postings

Häftlinge sehen Tageslicht nur durch winzige Luftklappe

London - Zwei Tage nach der umstrittenen Veröffentlichung von Bildern des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein in der Haft sind weitere Einzelheiten aus dessen Gefängnis bekannt geworden. Saddam Hussein werde in einer Haftanstalt festgehalten, deren Zellen nur zwei Quadratmeter groß seien und statt eines Fensters nur eine winzige Belüftungsklappe hätten, sagte der frühere australische Ermittler Rod Barton der britischen Tageszeitung "Observer" (Sonntagausgabe). "Manchmal haben die Gefangenen die Klappe aufgestoßen, um in den Hof schauen zu können oder frische Luft zu bekommen." Als Strafmaßnahme könnten die Aufseher die Luke verschließen.

Die Häftlinge in "Camp Cropper" seien 23 Stunden am Tag in ihrer Zelle eingeschlossen, sagte Barton, der in der Haftanstalt Verhöre geleitet hatte. Einmal täglich dürften sie die Zelle für eine Stunde verlassen, um sich Bewegung zu verschaffen. Zu Befragungen würden die Gefangenen in ein separates Gebäude gebracht - "das geschieht normalerweise mitten in der Nacht, um ihnen die Orientierung zu nehmen", sagte der Australier. "Der Gefangene hat keine Ahnung, wohin er gebracht wird." Insgesamt seien in dem Gefängnis etwa hundert Menschen inhaftiert.

Die britische Boulevardzeitung "The Sun" hatte am Freitag eine Diskussion über die menschenwürdige Behandlung von Gefangenen ausgelöst, als sie Bilder von Saddam Hussein in seiner Gefängniszelle veröffentlichte. Der frühere Staatschef war darauf unter anderem in seiner Unterwäsche zu sehen. (APA)

Share if you care.