Schäferkordt soll Zeiler an Spitze von RTL-Fernsehen nachfolgen

23. Mai 2005, 07:37
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Ex-ORF-Generalintendant für "plurales" TV-Sendersystem in Österreich - "Realistische Größe des ORF-Marktanteils bei 20 Prozent"

Die Managerin Anke Schäferkordt (42), Geschäftsführerin des TV-Privatkanals Vox sowie operative Geschäftsführerin des Fernsehsenders RTL, soll dem Vorstandsvorsitzenden der 31 TV-Kanäle in zehn Ländern unterhaltenden RTL-Group, dem Österreicher Gerhard Zeiler, an der Spitze von RTL nachfolgen. Dies werde demnächst offiziell, sagte Zeiler der "Kleiner Zeitung" (Sonntag-Ausgabe).

In dem Interview beschrieb Zeiler seine Vorstellung von einer "gesunden" österreichischen TV-Szene: "Sie hat ein aus Gebühren genährtes öffentlich-rechtliches Programm. In Anbetracht des Werbeaufkommens haben daneben noch drei private Vollprogramme Platz. Der ORF sollte dafür den Weg frei machen", forderte der frühere ORF-Generalintendant (1994-98).

"Realistische Größe des ORF-Marktanteils bei 20 Prozent"

Bei einem "pluralem System" im Gegensatz zur Beibehaltung eines "politisch motivierten Monopols" läge "die realistische Größe" des Marktanteiles des ORF nach den Aussagen des RTL-Group-Chefs bei 20 Prozent. Heuer im April erreichte das ORF-Fernsehen pro Tag nach eigenen Angaben durchschnittlich 4,129 Millionen Seher, der KaSat-Marktanteil lag demnach bei 43,6 Prozent. Wenn man "in Monopolkategorien" denke, sei ein derartiger Wert zu wenig, sagte Zeiler.

Größte Herausforderung

Den digitalen Betrieb beschrieb der 49-Jährige als größte Herausforderung für das Fernsehen heute. In Deutschland werde es deswegen beispielsweise nicht mehr 20 oder 30 Programme geben, sondern 300. Das Internet habe sich nicht als das "große Ersatzmedium" für das Fernsehen herausgestellt. Zu Gerüchten sein langjähriger Weggefährte, Ex-RTL-Chefredakteur Hans Mahr, könnte die RTL-Gruppe in Richtung des Bezahlsenders Premiere verlassen, wollte Zeiler nichts sagen.

Die RTL-Dschungel-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" verteidigte Zeiler gegenüber dem Blatt als "Paradebeispiel an Comedy". Dass Kritiker das vielleicht anders sähen, sei ihr gutes Recht. Bei der Show mussten Promis gegen die Natur kämpfen; dazu gehörten auch "Ekel-Proben" beispielsweise mit Insekten. (APA)

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