Tolja hatte Kontakte zur Wettmafia

16. März 2006, 19:05
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Fahnder wiesen Bregenzer-Goalie laut "NEUE" SMS-Kontakte zu mutmaßlichen deutschen Drahtziehern nach

Bregenz - Dem Torhüter des Fußball-Bundesligaklubs SW Bregenz, Almir Tolja, sollen nach einem Bericht der "NEUE Vorarlberger Tageszeitung" (Sonntag-Ausgabe) in Zusammenhang mit dem deutschen Schiedsrichter- und Wettskandal Kontakte zu mutmaßlichen Drahtziehern der deutschen Wettmafia nachgewiesen worden sein. Wie die "Neue" berichtet, sollen Ermittlungen der Kripo den Verdacht erhärten. Tolja hat bisher Aussagen zu diesem Fall verweigert.

Der Ermittlungsakt mit der Nummer GZ B1/5890/2005 bei der Staatsanwaltschaft Feldkirch beweist laut dem Zeitungsbericht, dass Tolja im Gegensatz zu seinen bisherigen Behauptungen doch einen der Brüder S. kennt, die als Chefs der Wettbande gelten. Im Bemühen, Verbindungen des Bregenzer Goalies zu den Drahtziehern herzustellen, sollen die Fahnder demnach einige Treffer gelandet haben. Zwischen den Telefonanschlüssen von Tolja und jenem von Filip S. konnten 76 Telefonkontakte per SMS im Zeitraum von September 2004 bis Dezember 2004 zurück verfolgt werden.

Verräterischer Telefonverkehr?

Besonders verräterisch erscheint der Funkverkehr, den Tolja am 3. Februar 2005 geführt hatte. Am Tag, nachdem die Brüder S. in Berlin verhaftet worden waren, wurden bei Tolja nicht weniger als 177 SMS- und Gesprächsverbindungen registriert. Für die Fahnder drängt sich hier der Verdacht auf, "dass Tolja von der Verhaftung erfuhr und im Zuge dieser in enorm vielen Gesprächen vermutlich versuchte, nähere Informationen zu erhalten beziehungsweise sich mit allfälligen Mittätern abzusprechen."

Filip S. hat sich nach Recherchen der Fahnder mehrere Male in Bregenz aufgehalten. Besonders auffällig sei dabei gewesen, dass diese Kurzbesuche immer unmittelbar vor Bundesligaspielen von SW Bregenz stattfanden.

Belastende Zeugenaussagen kommen nach dem Bericht der "Neuen" auch aus Berlin. So gab der Rechtsanwalt des mitbeschuldigten und geständigen Schiedsrichters Robert Hoyzer, Thomas Hermes, zu Protokoll: "An den Erstligaverein Bregenz kann sich mein Mandant genau erinnern. Hier hatte Filip S. zu Spielern Kontakt", die er allerdings namentlich nicht kenne. Und weiter: "Die Spiele der Mannschaft wurden zum Teil vorher besprochen und manipuliert, so dass Bregenz Spiele absichtlich verlor." (APA)

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