Montoya auf letzten Platz strafversetzt

22. Mai 2005, 16:03
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Kolumbianer löste am Samstagvormittag einen "vermeidbaren Unfall" aus - FIA reagierte mit drakonischer Strafe

Monaco - Der Weltverband FIA hat am Samstagnachmittag in Monaco eine harte Strafe gegen den kolumbianischen Formel-1-Piloten Juan Pablo Montoya ausgesprochen. Dem McLaren-Mercedes-Fahrer wird die volle Schuld am Vormittagscrash mit den Beteiligten David Coulthard, Jacques Villeneuve und Ralf Schumacher gegeben, die FIA sprach von einem "vermeidbaren Unfall" und versetzte Montoya für den Grand Prix am Sonntag auf den letzten Startplatz. Gegen die Entscheidung gibt es keinerlei Einspruchsmöglichkeit.

Revanche-Foul?

Nach einem Meeting aller Beteiligten verhärtete sich die Verdacht, dass es sich um eine absichtliche Aktion Montoyas gehandelt hat, da sich dieser von Coulthard und Ralf Schumacher auf einer schnellen Runde behindert gefühlt hatte. "Er hat gebremst und ist an einer sehr schnellen Stelle des Kurses unnötig langsam gefahren", hieß es im Statement der Renn-Stewards, die neben dem Videobeweis weitere Fakten auf den Tisch brachten.

Die ausgewerteten Daten aus dem Cockpit von Montoya verrieten nämlich zudem, dass der exzentrische Südamerikaner 180 Meter vor seinem normalen Bremspunkt abgebremst hat. Die Geschwindigkeit betrug nur mehr 86,4 km/h, in der vorangegangenen schnellen Runde waren es hingegen an selber Stelle 278,3 km/h gewesen.

Montoya, Monaco-Sieger 2003, meinte zum Zwischenfall: "Ich bin so langsam gefahren, weil meine Runde kaputt war. Ich wollte Villeneuve vorbei lassen und habe auf das Überholmanöver gewartet."

"Ich hätte sterben können

Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve verwies auf die Gefahr, die von Montoyas "stupidem" Fahrverhalten ausging: "Wie ernst hätte es werden können? Er hätte mich und einige Besucher töten können", sagte der 34-jährige Kanadier, dessen Vater Gilles 1982 im Training zum Grand Prix von Belgien bei einem Auffahrunfall auf einen langsameren March-Boliden im Ferrari ums Leben gekommen war. "Ich hätte sterben können, so etwas kann man nicht machen."

Villeneuve hatte Glück im Unglück, traf Coulthard nicht am Hinterreifen. "Sonst wäre ich abgehoben wie damals in Australien", sagte der Sauber-Pilot. 2001 in Melbourne war Villeneuve nach einer Kollision mit Ralf Schumacher in einen Sicherheitszaun geflogen, ein Streckenposten wurde von einem wegfliegenden Rad getötet.

Top und Flop

Sollte Kimi Räikkönen am Sonntag seine provisorische Pole-Position erfolgreich verteidigen, würde McLaren-Mercedes damit vom ersten und vom letzten Startplatz aus ins Rennen gehen. (APA)

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