Abbas will Israels Forderung nach Hamas-Zerschlagung nicht erfüllen

24. Mai 2005, 23:04
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Präsident: Radikale palästinensische Bewegung hat sich als "politischer Akteur" etabliert

Sharm el Sheikh - Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat neuerlich deutlich gemacht, dass er der israelischen Forderung nach Zerschlagung der radikalen islamischen Terrororgansiation Hamas nicht nachzukommen bereit ist. Die Hamas, die von Israel für die jüngsten Unruhen im Gaza-Streifen verantwortlich gemacht wird, habe sich bei den Kommunalwahlen als "politischer Akteur" etabliert und werde auch zur Parlamentswahl im Juli antreten, erklärte Abbas am Samstag nach Gesprächen mit dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak im Badeort Sharm el Sheikh am Roten Meer.

Niemand könne die Hamas dabei stoppen, Teil des politischen Systems zu werden, wenn sie bei der Parlamentswahl Erfolg haben sollte, sagte Präsident Abbas, der am 26. Mai mit US-Präsident George W. Bush in Washington zusammentreffen soll. Die Hamas hatte am Vortag die Verantwortung für einen Feuerüberfall auf einen israelischen Armeeposten übernommen. In einem in Gaza veröffentlichten Hamas-Kommunique hatte es geheißen: "Inmitten der anhaltenden zionistischen Verbrechen haben wir keine andere Wahl, als unser Volk mit allen verfügbaren Mitteln zu verteidigen".

Ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon warf der palästinensischen Regierung daraufhin vor, dass sie "diesen Terroristen" erlaube, "sich frei zu bewegen und israelische Bürger innerhalb ihrer Siedlungen anzugreifen". Israel sei entschlossen, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um seine Bürger zu schützen. Abbas müsse die militanten Gruppen endlich entwaffnen.

Abbas sieht nach eigenen Worten den Friedensprozess durch die jüngsten Unruhen im Gaza-Streifen nicht gefährdet. "Die Vorfälle waren nachrangig und die Lage hat sich beruhigt", sagte er am Samstag bei seinem Besuch in Ägypten.

Palästinenser: Hamas stellt Angriffe auf israelische Siedlungen ein

Die Hamas hat sich zum Stopp ihrer Raketenangriffe auf israelische Siedlungen im Gaza-Streifen bereit erklärt. Das gab das palästinensische Innenministerium am Samstag bekannt. In den vergangenen drei Tagen waren Dutzende von "Kassam"-Raketen und Granaten in Siedlungen eingeschlagen. Israel hatte darauf mit einem Luftangriff reagiert und die Wiederaufnahme von Vergeltungsmaßnahmen angedroht.

"Unsere Brüder in der Hamas halten die Waffenruhe wieder ein", sagte der Sprecher des Innenministeriums, Tawfik Abu Khoussa, in Gaza. Die Hamas-Kämpfer würden keine weiteren Raketen abschießen. Die Einigung sei bei einem Treffen der Hamas-Führung mit dem palästinensischen Innenminister Generalmajor Nasser Yussef erzielt worden, am Freitag seien dann alle Milizionäre auf den Gewaltverzicht eingeschworen worden, teilte der Sprecher mit. (APA/dpa/Reuters)

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    Abbas sieht in Terrororganisation Hamas "etablierten politischen Akteur"

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    Mit Koran und Waffen gegen den "zionistischen Feind"

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