Opposition für Abbruch der Aceh-Gespräche in Helsinki

27. Mai 2005, 14:02
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Vizechef von Megawati-Partei: Indonesien soll sich wegen Katastrophenhilfe keine Vorschriften machen lassen

Jakarta/Helsinki - Die größte Oppositionspartei Indonesiens, die "Partei des Kampfes" (PDI-P) von Ex-Präsidentin Megawati Sukarnoputri, tritt für einen Abbruch der Friedensgespräche mit der Rebellenbewegung Freies Aceh (GAM) ein. Laut einer Meldung der indonesischen Nachrichtenagentur Antara sagte Vize-Parteichef Sutradara Gintings am Rande eines PDI-P-Treffens am Freitag, Indonesien solle sich von Ländern, die Tsunami-Hilfe gewährten, keine Vorschriften machen lassen.

Gintings betonte, die Friedensverhandlungen, die seit Jahresbeginn in wiederkehrenden Gesprächsrunden in der Nähe der Finnischen Hauptstadt Helsinki stattfinden, sollten nicht den Eindruck entstehen lassen, sie würden auf Druck "bestimmter Länder" geführt, die Katastrophenhilfe für die Provinz Aceh und die Insel Nias gewährten. Die PDI-P sieht die Forderung der Rebellen nach territorialer Selbstverwaltung als inakzeptabel an.

Am kommenden Donnerstag (26.5.) sollen die Gespräche zwischen Vertretern der indonesischen Regierung und der im schwedischen Exil lebenden Führung der Rebellen auf dem Landsitz Königstedt bei Helsinki weitergehen. Die Friedensgespräche finden unter Vermittlung von Finnlands Ex-Präsident Martti Ahtisaari mit finanzieller Unterstützung der EU und der finnischen Regierung statt. Im seit 28 Jahren andauernden Bürgerkrieg in der nordwestindonesischen Provinz Aceh sind bisher schätzungsweise 12.000 Menschen getötet worden. (APA)

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    Zwei Frauen vor ihrem Zelt in einem Flüchtlingslager in Lampaseh Kota in Aceh

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