Dissident berichtet über Graphitschmuggel

26. Mai 2005, 23:06
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Material könnte auch für Atomwaffen genutzt werden

Paris - Der Iran umgeht dem Bericht eines Dissidenten zufolge mit dem Schmuggel von Graphit und einem Graphitgemisch ein internationales Exportverbot. Das Material kann zur Herstellung von Stahl, aber auch zur Produktion konventioneller oder auch atomarer Waffen eingesetzt werden. Der im Exil lebende iranische Dissident Alireza Jafarzadeh sagte am Freitag der Nachrichtenagentur AP, der Iran kaufe dieses Material auf dem Schwarzmarkt ein, weil sich die meisten Länder an das Verbot des Exports von Materialien mit einem doppelten Verwendungszweck an den Iran hielten.

Internationale Vermittler wollen voraussichtlich in der kommenden Woche in Genf einen neuen Versuch unternehmen, um den Iran zur Aufgabe seines Atomprogramms zu bewegen. Der iranische Chefunterhändler Hassan Rowhani werde am Mittwoch mit den Außenministern Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens zusammentreffen, hieß es am Freitag aus Diplomatenkreisen in Paris. Zuvor war spekuliert worden, das Treffen werde am Dienstag in Brüssel oder Paris stattfinden.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien als Vertreter der Europäischen Union wollen Teheran von der Wiederaufnahme seines Programms zur Urananreicherung abhalten. Im Gegenzug soll der Iran Wirtschaftshilfen und technische Unterstützung erhalten. Monatelange Verhandlungen blieben bisher ohne Ergebnis, da der Iran auf seinem Recht zur Urananreicherung zur friedlichen Nutzung beharrt. Die EU drohte bereits mit einer Einschaltung des Weltsicherheitsrats. Die USA werfen Teheran vor, ein geheimes Atomwaffenprogramm zu betreiben. (APA/AP)

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