Hauptverbands-Vorsitzender will neues Modell für Selbstbehalte

23. Mai 2005, 18:46
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Laminger: Bis JahresendeTransparentes System statt Wildwuchs - Keine "Abzocke" - Keine Beitragserhöhungen

Wien - Der Vorstandsvorsitzende des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger, Erich Laminger, will bis Jahresende ein neues System für Selbstbehalte im Gesundheitswesen vorlegen. Das kündigt er in den "Salzburger Nachrichten" (Samstag-Ausgabe) an. Ziel sei, durch ein neues Modell den Wildwuchs an verschiedenen Selbstbehalten von der Krankenscheingebühr bis zum Zahnersatz zu ersetzen. Es gehe jedenfalls nicht darum, "das als Abzocke gegenüber dem Patienten zu gestalten".

Die Möglichkeit für ein neues Selbstbehalts-System bietet sich mit der E-Card, die in den kommenden Monaten flächendeckend den Krankenschein ersetzen soll. Das neue System solle "transparent und effizient" sein, außerdem solle es auf die Einkommensverhältnisse der Versicherten Rücksicht nehmen, also sozial gestaffelt sein. Auf Prozentsätze wollte sich Laminger nicht festlegen. Die Versicherten der kleinen Kassen, etwa Eisenbahner oder Gewerbetreibende, zahlen derzeit im Schnitt 20 Prozent.

In Selbstbehalten sieht Laminger, der aus der Wirtschaftskammer kommt, weniger ein Finanzierungs-, als ein Steuerungselement. Ein Versicherter, der aus eigener Tasche zu ärztlichen Leistungen dazuzahlen müsse, trete seinem Arzt selbstbewusster gegenüber. Er wolle den Versicherten als Partner im Gesundheitssystem gewinnen, in der Hoffnung, "dass dieser selbst auf sein Geld schaut", sagte Laminger. Was freilich nicht dazu führen dürfe, dass sich Patienten notwendige Leistungen vorenthielten.

Weitere Erhöhungen der Krankenkassenbeiträge schloss Laminger aus. Dies würde die Bevölkerung nicht mehr akzeptieren: "Wir müssen mit dem auskommen, was wir haben."

Einsparungen zu Gunsten der Kassen auf Grund der Gesundheitsreform erwartet der Hauptverbandschef erst ab dem Jahr 2007. Denn die entstehenden Landesgesundheitsplattformen und die Bundesgesundheitsagentur, die künftig alle Gesundheitsleistungen koordinieren und finanzieren sollen, "sind erst 2006 richtig aufgestellt". (APA)

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