Vom Kritiker eingekocht

24. Mai 2005, 21:23
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"Corti kocht" - ein von nun an unregelmäßig stattfindender Event

Einer, der glaubt, dass der Rezensent gemein ist, greift gern einmal zur Sinnlos-Forderung, um die Kritik zu entkräften: Der böse Schreiber, heißt es dann, habe von der Praxis der Materie doch keine Ahnung - und schreibe dennoch darüber. Dass das Unfug ist, braucht zumindest RONDO-Gastrokritiker Severin Corti nicht mit dem Stehsatz: "Und einer, der über Morde schreibt, muss also einschlägig vorbestraft sein", zu erklären. Corti kann nämlich kochen: Irgendwann in grauer Vorzeit hat er sich (obwohl nie professionell ausgebildet) als Küchenchef eine Haube erkocht - und sie erfolgreich gehalten.

Dass er nichts vergessen hat, demonstrierte Corti Donnerstagabend vor handverlesenem Publikum im Küchenstudio Braal in Liesing: "Corti kocht" nennt sich der - von nun an unregelmäßig - stattfindende Event. Aber wer glaubt, da einfach zuschauen und schmausen zu dürfen, irrt: Die Architektin Marie-Therese Harnoncourt musste genauso wie IT-Unternehmer Michael Sprachmann oder die Künstlerin Barbara Mungenast beim Schnippeln, Rühren und Kellnerieren helfen. "Ein bisserl wie in einer Kommune", lachte RONDO-Chefin Bettina Stimeder. Freilich: In den WGs der 68er wurde eher selten Haubenkost gereicht. (DER STANDARD Printausgabe, 21.05.2005)

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