Michael Häupls "absolute" Zuversicht

20. Mai 2005, 18:58
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SPÖ in Umfragen weit über der Absoluten, Grüne und ÖVP kämpfen Platz Zwei - Sicherer Verlierer ist das BZW

Freitagmittag hatte das Rätselraten über den Termin der nächsten Wien-Wahlen ein Ende. Gewählt wird im Herbst, legte sich Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) fest. Sein Wunschtermin: Sonntag, der 23. Oktober.

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Er werde nun Gespräche mit der Opposition über den Termin suchen, erklärte Häupl am Freitag. Wobei: Er alleine entscheidet, wann Wien wählt. Noch nicht aufgegeben scheint sein Plan, dass dies gemeinsam mit dem Bund geschehen könnte. Am Freitag erneuerte Häupl jedenfalls sein Angebot an Kanzler Wolfgang Schüssel, die Nationalratswahl doch am gleichen Tag anzusetzen. Zwischen Neuwahl-Beschluss und Urnengang müssen in Wien allerdings zumindest zwei Monate liegen. Der Beschluss zur Auflösung von Gemeinderat und Landtag soll erst in der letzten Sitzung vor der Sommerpause am 29. Juni fallen.

Die Ausgangslage ist für die Wiener SPÖ auf jeden Fall bestens: Seit der Wahl 2001 hält sie 52 der 100 Mandate (46,91 Prozent der Stimmen). Und bei der kommenden Wahl scheint auch die Stimmenabsolute sicher. Längst geht es nur mehr darum, wer Zweiter wird - also Grün oder Schwarz - und ob es FPÖ und BZW über die Fünf-Prozent-Hürde in den Gemeinderat schaffen.

Das zeigt auch die Umfrage von FAS.research (Anfang Mai unter 400 Befragten) im Auftrag der Wiener Grünen, die dem STANDARD vorliegt. Wären am nächsten Sonntag Wiener Gemeinderatswahlen, welche Partei würden Sie wählen? - Darauf antworteten 53 bis 55 Prozent SPÖ, 17 bis 19 Grüne, 15 bis 17 ÖVP, fünf bis sieben FPÖ, zwei bis vier "andere" und ein bis zwei Prozent BZW. Schon im Februar hat eine SP-interne Befragung (1000 Personen) der SPÖ über 50 Prozent der Stimmen prophezeit - ÖVP und Grüne lagen bei jeweils 19 Prozent.

Inwieweit kann die Regierungspolitik der Wiener ÖVP schaden? Diese Frage entscheidet das Rennen um Platz zwei. Die Grünen hoffen auf ein neues Wählersegment: Erstmals sind die 16-Jährigen zugelassen. Und die FPÖ kann nach geschlagener Wahl versuchen, dem BZW die Schuld am schlechten Abschneiden zu geben. (Peter Mayr/DER STANDARD, Printausgabe, 21./22.5.2005)

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