Wien: Spitalsaufenthalt wird teurer

23. Mai 2005, 21:42
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VP tritt gegen Tariferhöhung auf

Wien – Zehn statt 7,93 Euro: So viel kostet ein Spitalstag für Patienten in Wien in eineinhalb Monaten. Ab 1. Juli wird der so genannte Spitalskostenbeitrag teurer. Ingrid Korosec, Gesundheitssprecherin der Wiener ÖVP, ist dagegen.

Der Beitrag ist für maximal 28 Tage im Jahr zu leisten, egal wie lang jemand im Krankenhaus liegt. Für chronisch Kranke und sozial Schwache gibt es Erleichterungen, Personen mit einem geringen Einkommen sollen weiterhin nur 7,93 Euro bezahlen.

Wahlen kein Hindernis

Die Bundesregierung eröffnete den Ländern mit der Gesundheitsreform die Möglichkeit zu Tariferhöhungen. Bisher machten nur Tirol und Salzburg von der Geldspritze für das Spitalswesen Gebrauch. Für das Burgenland und die Steiermark – wo demnächst gewählt wird – ist eine Erhöhung ebenso wie für Kärnten kein Thema. In Niederösterreich, Vorarlberg und Oberösterreich dagegen ist ein erhöhter Beitragssatz in Planung. Die Wiener SPÖ lässt sich vom eben ausgerufenen Wahlkampf nicht abhalten, am nächsten Montag im Landtag einen Initiativantrag für die Anhebung einzubringen – den die ÖVP ablehnen wird.

Man sei nicht grundsätzlich gegen die Erhöhung von Tarifen, wenn sie notwendig seien, betonte Korosec. Wiens Gemeindespitäler seien jedoch schlichtweg eine "Verschwendungs- und Geldvernichtungsmaschinerie".

Rationalisieren statt sparen

Korosec führt eine IHS-Studie an, die bei den Krankenanstalten ein Kostenoptimierungspotenzial von jährlich rund 190 Millionen Euro feststellt. Beispielsweise seien Operationssäle nicht genügend ausgelastet, da sie oft nur in einer Schicht genutzt würden: "Kein Unternehmer kann sich leisten, dass teure Maschinen still stehen." Laut Korosec attestiert auch ein Kontrollamtsbericht den Spitälern "eklatante Fehlplanungen", etwa beim Bau eines Geriatriezentrums, der 14 Mio. Euro mehr kostete als geplant. (kri, DER STANDARD Printausgabe, 21.05.2005)

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