Vor Kartellsegen für die Styria

27. Mai 2005, 14:15
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Okay des Gerichts für "Presse"/"Wirtschaftsblatt" für Montag erwartet

Bis Ende Mai hätte Kartellrichter Horst Häckel Zeit, den Beschluss des Gerichts über den geplanten Zusammenschluss der Presse mit dem Verlag ET Multimedia auszufertigen, dem 50 Prozent am Wirtschaftsblatt gehören. Schon Freitag signalisierte das Gericht den fusionswilligen Verlagen nach Informationen des STANDARDS grünes Licht.

Schwarz auf weiß soll ihnen der Beschluss am Montag zugehen. Insider aus den beteiligten Konzernen wollten schon Freitag erfahren haben, dass es "ganz gut ausschaut" und sich der Beschluss in "vernünftigen Dimensionen" bewege. Vernünftig aus der Sicht von ET Multimedia und Styria, dem Grazer Mutterkonzern der Presse.

Styria will zunächst 75,2 Prozent der ET Multimedia übernehmen

Die Styria will zunächst 75,2 Prozent der ET Multimedia übernehmen. Die Wettbewerbsbehörde forderte vergleichsweise strenge Auflagen dafür: Presse und Wirtschaftsblatt müssten weiter getrennte Redaktionen unterhalten. Auch Kombiangebote beider Titel wollte die Behörde ausschließen.

Die Styria lehnte diese Bedingungen ab. Styria-Chef Horst Pirker drohte daraufhin im STANDARD-Interview, er könnte sich den Einstieg bei der – wirtschaftlich nicht allzu rosigen – ETM überlegen. Pirker war Freitag bis Redaktionsschluss dazu nicht erreichbar, auch ETM-Manager und -Gesellschafter Chris Radda wollte sich nicht äußern.

Die Styria (Kleine Zeitung) ist mit rund 360 Millionen Euro Umsatz Österreichs zweitgrößter Verlagskonzern nach der Mediaprint (Krone, Kurier). Ein Schulterschluss der Presse mit dem Wirtschaftsblatt bedeutete auch eine Allianz gegen den STANDARD. Der ETM mit rund 40 Millionen Umsatz gehören zudem Wiener, Wienerin, Diva. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 21./22.5.2005)

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