Milosevic verbrauchte ein Drittel seiner Redezeit im Prozess

24. Mai 2005, 12:21
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Erst 31 der 1.600 namhaft gemachten Zeugen angehört

Belgrad/Den Haag - Der frühere jugoslawische Staatspräsident Slobodan Milosevic hat bereits mehr als ein Drittel der ihm für Zeugenbefragungen zur Verfügung stehenden Zeit vor dem UNO-Tribunal in Den Haag aufgebraucht. Von dem ihm im Prozess zugestandenen 150 Werktagen sind bereits 56,47 verbraucht, geht aus einem Dokument des zuständigen Tribunalssenats hervor. Milosevic hat sich vor dem Gericht wegen Kriegsverbrechen im Kosovo und Kroatien sowie wegen Völkermord in Bosnien-Herzegowina zu verteidigen.

Für die Hauptanhörung seiner Zeugen hat Milosevic 35,18 von verfügbaren 90 Tagen genutzt. Die Anklage nützte 21,29 der 54 Tage aus, die ihr zur Vernehmung von Milosevic' Zeugen zustehen. Bisher hat Milosevic jedoch erst 31 seiner 1.600 Zeugen vorgeladen. Seine Verteidigung hat sich bisher fast ausschließlich auf die Geschehnisse im Kosovo konzentriert.

Der Prozess gegen den früheren Präsidenten läuft seit 12. Februar 2002. Die Anklage hatte ihre Beweise mit Hilfe von 298 Zeugen präsentiert. (APA)

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