Irak stimmt Prozess gegen Saddam Hussein wegen Iran-Irak-Kriegs zu

22. Mai 2005, 11:33
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Bagdad erkennt erstmals Verantwortung in dem Konflikt an - Gesuch der iranischen Regierung

Bagdad - Der Irak hat einem Gesuch der iranischen Regierung zugestimmt, den ehemaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein für die im Iran-Irak-Krieg begangenen Kriegsverbrechen vor Gericht zu stellen. Es sei notwendig, der früheren Führung des Irak den Prozess zu machen, schreiben die Nachbarländer in einer gemeinsamen Erklärung, die am Freitag auf der Website des irakischen Außenministeriums veröffentlicht wurde.

Die frühere Regierung sei verantwortlich für Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und militärische Aggressionen gegen die Völker des Iran, des Irak und Kuwaits. Es ist das erste Mal, dass Bagdad seine Verantwortung im Iran-Irak-Krieg anerkennt. In dem Krieg kamen zwischen 1980 und 1988 vermutlich 500.000 Menschen ums Leben.

Die Erklärung wurde anlässlich des Besuchs das iranischen Außenminsters Kamal Kharrazi im Irak veröffenlicht. Der dreitägige Aufenthalt soll eine Wende in den notorisch schlechten Beziehungen der Nachbarländer bringen. In den vergangenen Tagen hatten die Regierungen in Teheran und Bagdad angekündigt, die bilateralen Beziehungen künftig zu vertiefen und in Sicherheitsfragen zusammenzuarbeiten. Saddam Hussein und elf seiner Anhänger sitzen derzeit im Irak in Haft. Ihnen soll wegen des irakischen Einmarschs in Kuwait sowie wegen der Angriffe auf kurdische und schiitische Rebellen im Irak der Prozess gemacht werden. (APA)

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