Rechnungshof-Kritik an Graz 2003-Veranstaltungen

26. Mai 2005, 20:45
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Laut Stadt-Prüfern "Projekt gespiegelte Stadt" zu aufwendig - Vorwürfe zurückgewiesen

Graz - Der Grazer Rechnungshof übt in eine Rohbericht Kritik an Projekten und Veranstaltungen von Graz - Europäische Kulturhauptstadt 2003. Man hätte auch mit einem Budget von nur 40 Millionen Euro ein ansprechendes Programm machen können und die übrigen 20 budgetierten Millionen Euro für die Zeit nach 2003 widmen können, hieß es. Kritisiert wurden u.a. die Kosten für das Projekt "Gespiegelte Stadt". Von zuständiger Seite wurden die Vorwürfe zurückgewiesen.

Gutes Programm - aber zu teuer

Grundsätzlich wurde den Gestaltern von Graz 2003 konzediert, ein gutes Programm gemacht zu haben. An einzelnen Programmpunkten wie etwa dem Projekt "Gespiegelte Stadt" am Grazer Freiheitsplatz - der Platz wurde auf einer großen Fläche verspiegelt und zusätzlich wurde "live" Meeresrauschen eingespielt - gab es Kritik an den Kosten von 1,3 Millionen Euro. Einer der verantwortlichen Künstler, der Grazer Architekt und Designer Alexander Kada, erklärte laut ORF Steiermark, dass die Kritik nicht gerechtfertigt sei, da man das Projekt drei Jahre mit acht Leuten entwickelt habe.

Grüne Finanzsprecherin: Ergebnis des Berichtes wird Konsequenzen für zukünftige Projekte haben

Reaktion der Grazer Stadt-Grünen: "Die Grenzen programmatischer, kultureller Gestaltungsfreiheit werden spätestens dann überschritten, wenn Honorare aus öffentlichen Geldern bezahlt werden, die jenseits jeglicher Vorstellungskraft liegen", so die Grüne Finanzsprecherin Lisa Rücker. Der Aufsichtsrat hätte ein Machtwort sprechen müssen. Das Kulturhauptstadtjahr sei ein großer Erfolg für Graz gewesen, das Ergebnis des Berichtes müsse dennoch Konsequenzen für zukünftige Projekte haben, so Rücker.

Zum Rohbericht wird es eine Stellungnahme der ehemaligen Graz 2003-Geschäftsführer Manfred Gaulhofer und Eberhard Schrempf geben, die in den Endbericht eingearbeitet wird. (APA)

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