Türkei will irakische Polizei ausbilden

22. Mai 2005, 14:51
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Premier Erdogan: Irak muss aufhören, "Terroristen-Trainingslager" zu sein - Iraks Premier Jaafari kündigt besseren Schutz der Grenzen an

Ankara - Die Türkei hat dem Irak angeboten, ihm bei der Ausbildung von Polizisten und Soldaten zu helfen. Der Irak müsse aufhören, "ein Trainingslager für Terroristen" zu sein, forderte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Freitag während einer Pressekonferenz mit dem irakischen Regierungschef Ibrahim al-Jaafari in Ankara. Nach Angaben Erdogans erklärte sich Jaafari bereit, auch etwas gegen die schätzungsweise 5000 türkisch-kurdischen Rebellen zu tun, die Unterschlupf im Nordirak gefunden haben.

Der irakische Ministerpräsident sagte, seine Regierung werde es nicht zulassen, dass irgendeine Gruppe einem Nachbarland Schaden zufüge. Irritiert ist die türkische Regierung besonders durch die Präsenz der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) im Nordirak. Ankara konnte bisher die amerikanische Besatzungsmacht in dem Nachbarland nicht zu Militäraktionen gegen die PKK bewegen. Die türkische Armee startete Ende März die größte Militäraktion gegen die PKK seit fünf Jahren.

Laut türkischen Zeitungsberichten drängt Ankara auf die Festnahme und Auslieferung von PKK-Rebellen im Irak und hat angeblich eine entsprechende Liste angefertigt. Jaafari kündigte in Ankara an, er werde demnächst Syrien besuchen, um Maßnahmen gegen das Einsickern von Terroristen aus dem Nachbarland zu besprechen. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Syrien hatten sich zuletzt spürbar verbessert. Im Vorjahr war der syrische Präsident Bashar al-Assad in Ankara empfangen worden, im vergangenen April reiste der türkische Staatspräsident Ahmet Necdet Sezer nach Damaskus. Beide Länder wollen um jeden Preis die Entstehung eines Kurdenstaates im Nordirak verhindern.

Jaafahri kündigte an, der Irak werde seine Grenzen künftig besser schützen, um aus Nachbarstaaten einreisende Kämpfer fernzuhalten. Der Irak werde die Grenzkontrollen verschärfen, Aufständische beobachten und Nachbarstaaten davon abhalten, Rebellen über die Grenzen in den Irak einreisen zu lassen, erklärte Jaafari. Bei einem Besuch in Syrien solle in Kürze dieses Thema angesprochen werden. Die USA haben Syrien wiederholt vorgeworfen, die Aufständischen im Irak zu unterstützen, indem sie ausländische Kämpfer einreisen lassen. Damaskus hat diese Vorwürfe zurückgewiesen. (APA/dpa/AP)

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