Vassilakou zu derStandard.at: "Wollen in Wien zweitstärkste Partei werden"

20. Mai 2005, 18:48
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Die Chefin der Wiener Grünen zeigt sich überzeugt, dass die Wiener Wahlen auch Neuwahlen auf Bundesebene nach sich ziehen

Im Büro der Grünen im Wiener Rathaus herrschte am Freitag Aufbruchsstimmung. Im Gegensatz zu den anderen Oppositionsparteien begrüßt Grünen-Chefin Maria Vassilakou den frühen Wiener Wahltermin im Herbst: "Wir wollen schon seit längerer Zeit einen frühen Termin, schließlich befinden wir uns in Wahrheit schon längst im Wahlkampf. Ein kurzer Wahlkampf ist nur zum Vorteil der Stadt". Vassilakou kritisiert den Stillstand der städtischen Politik, Probleme wie Armut, Feinstaub oder fehlende Kinderbetreuung warteten auf neue Lösungen und Konzepte. "Wir wollten Klarheit über die neue Legislaturperiode, die haben wir nun." Deshalb verzichten die Grünen auch auf einen Neuwahlantrag in der nächsten Sitzung und demonstrieren Einigkeit mit der SPÖ. Einen gemeinsamen Antrag Ende Juni hält Vassilakou für sehr wahrscheinlich. "Das heißt aber nicht, dass wir die "Steigbügelhalter" der SPÖ sind", so Vassilakou.

Ziel: Zweitstärkste Partei

Als weiteres grünes Motiv für Wiener Herbstwahlen sieht Vassilakou die Auswirkungen auf die Bundespolitik: "Die Bundesregierung ist derzeit extrem instabil und riskiert eine riesige Blamage, wenn sie so in die EU-Präsidentschaft geht." Das wäre nur durch Neuwahlen zu vermeiden. "Wenn Wien im Herbst wählt, wird das einen derartigen Rüttler geben, dass ich davon ausgehe, dass wir dann auch sehr bald Wahlen auf Bundesebene haben werden." Wie ein "derartiger Rüttler" aussehen könnte, steht für Vassilakou fest: "Wir wollen in Wien zweitstärkste Partei vor der ÖVP werden, das ist unser Ziel." Ein Wahlergebnis nahe der 20 Prozent hält die Chefin der Wiener Grünen für durchaus wahrscheinlich. BZÖ und FPÖ haben in Vassilakous Prognosen naturgemäß keinen Platz im der Wiener Landesregierung. (mhe)

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