Fehler bei Embryonalentwicklung führt zu Nierenzysten

22. Mai 2005, 12:00
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Bestimmter Wachstumsstimulus wird nicht abgeschaltet - Medikamente könnten Abhilfe schaffen

Freiburg - Die Entstehung von zystischen Nierenerkrankungen, die zu den häufigsten Erberkrankungen des Menschen zählen, geht offenbar auf eine Fehlsteuerung bereits während der Entstehung des Embryos zurück. Mediziner und Biologen der Universität Freiburg entdeckten, dass bei Kindern mit Zystennieren ein Eiweißstoff fehlt, der in der Frühphase der menschlichen Entwicklung einen Wachstumsstimulus abschaltet.

Wachstumsstimulus wird nicht abgeschaltet

In der normalen Entwicklung der Nieren sorgt das Protein Inversin dafür, dass ein Wachtumsstimulus, der eine Kettenreaktion auslöst, zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeschaltet wird. Bei Kindern mit Zystennieren, der so genannten Nephronophthise Typ II, fehlt dieser Eiweißstoff. Dieser Mangel führt zur Bildung der Zysten und schließlich zu Nierenversagen. Kinder mit der Erkrankung können nur dann überleben, wenn sie an eine künstliche Niere angeschlossen werden.

Ermöglicht wurde die Entdeckung durch Versuche an Fröschen und Zebrafischen, die die gleichen Signalwege haben wie auch menschliche Zellen. Nun wollen die Forscher prüfen, ob Medikamente die durch den Wachstumsfaktor ausgelöste Kettenreaktion hemmen können. (APA/AP)

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