Trafikanten sperren Zigarettenautomaten für Jugendliche

23. Mai 2005, 09:05
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Ab 2007 Blockade für unter 16-Jährige - Identifikation mit Bankomatkarte oder paybox-Handy

Wien - Jugendliche unter 16 Jahren werden in Österreich bald keine Zigaretten mehr beim Automaten kaufen können. Ab spätestens 1. Jänner 2007 werden alle 8.000 Automaten mit einer elektronischen Sicherheitssperre versehen sein, die nur von Erwachsenen mit einer Bankomatkarte oder via paybox über das Handy entriegelt werden kann.

Automaten erst nach Altersprüfung betriebsbereit

Die Automaten sind erst nach der positiv abgeschlossene Prüfung einer Alterskennung auf der Karte oder vom Handy-Dienstleister betriebsbereit. Die Raucher können dann Bargeld oder Quick-Funktion bezahlen. Bei Jugendlichen unter 16 bleibt das Signal aus, das Gerät bleibt gesperrt. Dabei brauche "niemand Angst haben, dass auf der Karte das Alter gespeichert ist", versicherte Peter Trinkl, Obmann des Bundesgremiums der Tabaktrafikanten der Wirtschaftskammer Österreich, bei einer Pressekonferenz am Freitag in Wien. Auf neuen Karten gibt es ab jetzt lediglich eine Funktion, die den Kauf ermöglicht - oder eben nicht.

Umrüstung der Geräte kostet 1.000 Euro

Schon jetzt wird in vielen Trafiken darauf geachtet, keine Zigaretten an Jugendliche zu verkaufen - diese Geschäfte sind an einem Plakat mit einer durchgestrichenen 16 zu erkennen. Der mögliche Verdienstentgang sei für sie kein Thema, bekräftigt Trinkl: "Der Jugendschutz steht vor allem. Da geht es nicht um den Umsatz." Von den Bundesländern wünscht sich der Obmann finanzielle Unterstützung beim Umrüsten der Geräte, das um die 1.000 Euro kostet; dann sei die flächendeckende Sperre auch schon früher möglich.

Maßnahme soll in Standesregeln festgeschrieben werden

Die österreichischen Trafikanten werden diese Jugendschutzmaßnahme freiwillig in ihren Standesregeln festschreiben, sie kommen damit der Politik zuvor - denn ein solches Verkaufsverbot an Jugendliche gibt es bis jetzt laut Trinkl nur in wenigen Bundesländern. Damit werde auch eine EU-Empfehlung umgesetzt, die es schon seit zwei Jahren gibt. Warum die Sperre nicht noch früher umgesetzt wurde, erklärt er damit, dass die Banken früher nicht zur Anbringung einer Alterskennung auf den Bankomatkarten bereit waren. (APA)

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