Peking will seinen Bürgern Touristenreisen nach Taiwan erlauben

20. Mai 2005, 12:11
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Taipeh begrüßt Entscheidung

Peking/Taipeh - Die Volksrepublik China will ihren Bürgern erstmals touristische Reisen nach Taiwan erlauben. Die Aufhebung des jahrzehntealten Reiseverbots sollte noch am Freitag bekannt gegeben werden, berichteten amtliche chinesische Medien. In einer ersten Reaktion begrüßte die Regierung in Taipeh die Pläne und kündigte an, notwendige Vorkehrungen zu treffen.

Der taiwanesische Transportminister Lin Ling-san äußerte die Hoffnung, dass beide Seiten Gespräche über die geplanten Touristenreisen aufnehmen würden. Taiwan hat gleichwohl eigene Beschränkungen für Festland-Chinesen.

"Antisezessionsgesetz"

Der taiwanesische Präsident Chen Shui-bian hatte Anfang Mai den chinesischen Staats- und Parteichef Hu Jintao zu einem Besuch nach Taipeh eingeladen. Zuvor hatte der Oppositionsführer und Kuomintang-Vorsitzende Lien Chan die Volksrepublik besucht.

Der Volkskongress in Peking hatte Mitte März ein "Antisezessionsgesetz" verabschiedet, das den Einsatz militärischer Gewalt gegen die Insel für den Fall einer Unabhängigkeitserklärung ermöglicht. Die Formel "Ein Land - zwei Systeme", die Peking für die Wiedervereinigung angeboten hat, hat die taiwanesische Regierung als untauglich und als "Schwindel" abgelehnt. Sie reagierte damit auf den Beschluss Pekings, dem Sonderverwaltungsgebiet Hongkong jede Möglichkeit zu nehmen, eigenständig über den regionalen Wahlmodus zu entscheiden und den Verwaltungschef direkt zu wählen. (APA/dpa)

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