Frauenhandel in Österreich

20. Mai 2005, 20:02
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99 Prozent der Opfer von Menschenhandel sind Frauen

Wien - Der österreichischen Exekutive macht Menschenhandel immer mehr zu schaffen. Im vergangenen Jahr sind in Österreich 238 derartige Fälle angezeigt und alle bis auf zwei geklärt worden. 348 Verdächtige wurden ermittelt und 337 Opfer gefunden. 2003 wurden 169 Fälle bekannt und 156 geklärt. 223 Täter und 236 Opfer wurden ermittelt. 2002 gab es 70 angezeigte Fälle, 63 wurden geklärt, wie Gerhard Joszt vom Bundeskriminalamt bekannt gab. Laut UNO ist Menschenhandel zusammen mit Schlepperei weltweit bereits die drittwichtigste Einkommensquelle der Organisierten Kriminalität.

Unmenschliche Zustände

Betroffen sind - zumindest was Österreich betrifft - zu 99 Prozent Frauen, die vorwiegend zum Zweck der sexuellen Ausbeutung aus Osteuropa in den Westen gelockt werden. Das bedeutet im schlimmsten Fall: Statt der den Betroffenen in ihren Heimatländern in Aussicht gestellten Beschäftigungsmöglichkeiten als Kellnerin oder Au Pair- Mädchen Prostitution in einem Kellerloch, die Freier kommen im Halbstundentakt, persönliche Dokumente werden von den Menschenhändlern unter Verschluss gehalten.

Ausbeutung

Vom Lohn sehen die Frauen wenig oder nichts, da die damit angebliche Schulden abzahlen müssen. "Da werden den Opfern zum Beispiel 2.000 Euro an Visumkosten oder 5.000 Euro für den Transport in Rechnung gestellt - und dazu noch Aufwendungen für die Unterkunft", erklärte Joszt. In Summe können durchaus 15.000 bis 20.000 Euro zusammen kommen.

Bei den Betroffenen handelt es sich überwiegend um junge Osteuropäerinnen. Von 337 Opfern, die 2004 ermittelt wurden, kamen nach Angaben des Kriminalisten 129 aus Rumänien, 57 aus Bulgarien, 46 aus Weißrussland und 48 aus Ungarn. (APA)

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