Artenvielfalt schwindet in Rekordzeit

27. Mai 2005, 12:39
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Millennium Ökosystemstudie: 90 Prozent des weltweiten Fischbestands verschwunden - Direktor des UN-Umweltprogramms: "Ökonomischer Selbstmord"

Nairobi - Die Artenvielfalt auf der Erde schwindet so schnell wie nie zuvor. So seien seit Beginn des industriellen Fischfangs etwa 90 Prozent des weltweiten Fischbestands verschwunden, heißt es in einer am Donnerstag in Nairobi veröffentlichten Millennium Ökosystemstudie (Millennium Ecosystem Assessment). Derzeit seien ein Drittel aller Amphibien und ein Fünftel aller Säugetiere vom Aussterben bedroht.

"Wären diese Wälder und Korallenriffe vergleichbar mit Museen und Universitäten, dann würde deren Zerstörung als grober Vandalismus gelten", sagte Klaus Töpfer, Direktor des UN-Umweltprogramms, das die Studie mit organisiert hat. Der Verlust der Artenvielfalt sei zudem ein "wirtschaftlicher Selbstmord".

Die Menschheit beraube sich notwendiger Leistungen der Natur, heißt es in dem Bericht, beispielsweise der natürlichen Reinigung von Luft und Wasser und des Schutzes vor Naturkatastrophen. Nach Einschätzung der Studie ist ein intakter Hektar Mangrovensumpf mehr als 1.000 US-Dollar (792 Euro) wert. Wenn man diesen Hektar trocken legt und landwirtschaftlich nutzt, fällt sein Wert auf 200 Dollar (158 Euro). (APA/dpa)

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    Laut der Millennium Ökosystemstudie sind nur mehr 10 Prozent des ursprünglichen weltweiten Fischbestands übrig.

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