Kritik an Vorschlägen zu Schwerarbeiter-Regelung

20. Mai 2005, 17:35
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Pensionsexperte Tomandl: "Völlig verunglückt" - Öllinger: Kalorien-Zählen "Schnapsidee"

Wien - Der Pensionsexperte Theodor Tomandl hält das, was bisher zur Schwerarbeiter-Regelung in Diskussion ist, als "leider völlig verunglückt", wie er in Ö3 sagte. Schwerarbeiter sollen künftig früher in Pension gehen können. Voraussetzung sind mindestens 15 Jahre Schwerarbeit und 45 Versicherungsjahre. Laut Ö3 sieht Tomandl Nachweisprobleme für zurückliegende Schwerarbeitszeiten. Außerdem seien Schwerarbeitende oft bereits mit Mitte 50 Invalide und somit noch nicht alt genug, um die Regelung in Anspruch zu nehmen. Diese sollte deswegen auch nicht rückwirkend gelten.

Laut Sozialministerin Ursula Haubner (B) soll bis Ende Mai der Entwurf für die geplante neue Schwerarbeiter-Regelung vorliegen. Derzeit verhandeln Experten der Sozialpartner unter anderem darüber, wie der Begriff "schwere, körperliche Arbeit" definiert werden soll.

Öllinger: Kalorien-Zählen "Schnapsidee"

Der Grüne Sozialsprecher Karl Öllinger hatte sich in der "ZiB 3" in der Nacht auf Freitag dafür ausgesprochen, dass eine Neuregelung auch Menschen, die sich in Invaliditätspension befänden, beinhalten müsste. Vorschläge, wonach der Kalorienverbrauch bei der jeweiligen Tätigkeit ein Kriterium für Schwerarbeit sein solle, nannte Öllinger "eine Schnapsidee", denn der Kalorienverbrauch sei "individuell sehr unterschiedlich".

ÖVP-Sozialsprecher Walter Tancsits sagte in der "ZiB 3", man vertraue in dieser Frage den Experten. Die Heranziehung des Kalorienverbrauchs zur Bewertung von Schwerarbeit sei ein Vorschlag unter mehreren, zu denen beispielsweise auch Schichtarbeit oder psychische Belastung gehörten. (APA)

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